KPS = Kernel Processing Score

KPS = Kernel Processing Score.

Das Tool um die Häckselqualität zu überprüfen.

Der Kernel Processing Score wurde entwickelt, um standardisiert zu prüfen, wie gut die Maiskörner im Häckselprozess zerkleinert wurden.

Er definiert die Partikelgröße der Stärkekörner und erlaubt eine Prognose der Verdaulichkeit von Stärke im Pansen und im Verdauungstrakt.

Dazu wird über einen Zeitraum von 10 Minuten mit 278 oszillierenden Bewegungen/Minute und 150 Schlägen pro Minute die zu prüfende Silage durch einen Siebsatz geschüttelt. Die einzelnen Bestandteile der Siebe werden auf Stärkegehalt und NDF- also Fasergehalt getestet und geben sehr genau Auskunft darüber, was der Kuh, beziehungsweise ihren Mikroben im Pansen tatsächlich wann, also im Pansen oder Darm, oder wie – schnell oder langsam – zur Verfügung steht. Ein wichtiges Instrument bei der Bewertung von Mais in der Fütterung.

Feinere Stärke bringt mehr Milch. Wenn sich der KPS von adäquat auf exzellent verändert, steigt die Stärkeverdaulichkeit um 6%. Das kann bis zu einem Liter mehr Milchleistung pro Kuh und Tag bedeuten.

Feinere Stärke bringt mehr Milch. Wenn sich der KPS von adäquat auf exzellent verändert, steigt die Stärkeverdaulichkeit um 6%. Das kann bis zu einem Liter mehr Milchleistung pro Kuh und Tag bedeuten.

Die mechanische

Die mechanische ” Schüttelbox” zur Ermittlung des KPS

Der KPS (Kernel Processing Score) hilft die Häckselqualität und damit auch die Stärkeverfügbarkeit zu bestimmen. Beispiel einer niedersächsischen Maissilage.

Der KPS (Kernel Processing Score) hilft die Häckselqualität und damit auch die Stärkeverfügbarkeit zu bestimmen.
Beispiel einer niedersächsischen Maissilage.

TTNDFD

Futter wirkt ganz unterschiedlich in der Kuh

Die Verdauungsrate der NDF beträgt durchschnittlich 48,5 % und schwankt mit 22% Standardabweichung sehr stark im Vergleich zur Stärke, deren Verdauung mit 92,4% und einer Standardabweichung von 6,5 % deutlich konstanter ist.

TTNDFD

Ein Wert mit unendlichen Möglichkeiten in der Praxis.
Der TTNDFD Wert ist in zahlreichen Analysepaketen enthalten (z.B. CNCPS ANALYSIS PACKAGE oder DYNAMIC CARBOHYDRATE) und öffnet die Tür, um Grundfuttermittel besser zu bewerten und die Faserverdaulichkeit der Kuh zu verstehen. Es ist ein wissenschaftlich anerkannter Wert (Goeser et al., 2009 J.Dairy Sci. 92: 3842-3848), der patentiert und von der Universität Wisconsin-Madison entwickelt wurde. Er ist ein akurater Wert, der zum Benchmarking der Ration, beziehungsweise zur Leistungsprognose dient. Er wird von Fütterungsberatern wie folgt eingesetzt:

Direkter Vergleich von Grundfuttermitteln.
Vergleich aller Grundfuttermittel auf dem Betrieb mit einem TTNDFD-Wert. Das ermöglicht einen schnellen Überblick, welches Grundfuttermittel den besten Ertrag bringen kann.

Maximaler Einsatz hofeigener Grundfuttermittel.
TTNDFD während der Ernte gemessen hilft, die jeweiligen Futtermittel einzelnen Leistungsgruppen zuzuordnen. Futtermittel mit hohen TTNDFD-Werten sind für die Hochleistungskühe vorgesehen, wo Futterqualität immer ein begrenzender Faktor ist. Niedrigere TTNDFD-Werte bedeuten, dass das Futtermittel für Trockensteher oder Jungrinder zu verfüttern ist.

NDF, der leistungsbestimmende Anteil im Grundfutter
TTNDFD steht für „Total Tract NDF-Digestibility“ und kombiniert verschiedene NDF-Parameter. Bereits in der letzten InfoMail haben wir über die Bedeutung von NDF in der Fütterung berichtet (Siehe auch InfoMail 5/2017; https://www.rockriverlab.eu/informationen/infomail/). NDF ist die Neutrale-Detergenzien-Faser (auch als aNDF im Futteranalyse Report von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE angegeben). Ein angemessener NDF-Gehalt in der Ration ist für das Überleben der Mikroben im Pansen essentiell und erhält damit die Gesundheit der Kuh.

Im amerikanischen CNCPS-Modell (Cornell Net Carbohydrate and Protein System) wird die NDF mit zwei Variablen, als futtermittelspezifische Parameter definiert, der uNDF (unverdaulichen NDF) und der NDF kd.

Je höher der TTNDFD desto besser das Grundfutter. In der Tabelle sind Zielwerte für einzelne Futtermittel abgebildet. Der TTDNFD wird in % der NDF angegeben.

Was bedeutet die komplexe Faserverdaulichkeit für die Kuh?
Vier Variablen bestimmen den TTNDFD: 24h, 30h und 48h NDFD (Neutral Detergent Fiber Digestibility) in Verbindung mit uNDF240 (unverdauliche NDF). Kein Nährstoff an sich, ist so variabel wie die Faser.
Während uNDF240 hilft, das potentielle Leistungsvermögen zu verstehen, so bildet dieser aber nur einen Teil der Informationen ab. Wichtiger für das Verständnis des Pansens ist die Geschwindigkeit oder die Rate der Verdauung, der als kd-Wert (NDF kd) bezeichnet wird. TTNDFD verbindet beides: Die Geschwindigkeit (NDF kd) und das potentielle Vermögen (uNDF240). Diese Futtermittelspezifischen Variablen werden auf ein mathematisches Modell einer Hochleistungskuh bezogen. Hierbei werden für die Kuh bestimmte Annahmen als Rahmenbedingungen definiert. Dazu gehören neben dem Körpergewicht und der Leistung auch die Passagerate (kp) und die Verdauungsrate im letzten Abschnitt im Dickdarm, wo Bakterien NDF zu kurzkettigen Fettsäuren umsetzen können. Dieser NDF-Abbau im Dickdarm ist mit 5-10% der Gesamtverdauung zwar gering, ist aber nötig um die Gesamtenergie, die aus der NDF kommt, zu beschreiben.

 

Faser ist nicht gleich Faser!

Faser ist nicht gleich Faser!

Der TTDNFD Wert wurde von Prof. Combs an der Universität Wisconsin-Madison entwickelt. Rock River Laboratory hat mit standardisierten in vitro Messungen der NDF Verdaulichkeit in 24,30 und 48 Stunden und den uNDF240 Werten die TTNDFD Werte und Empfehlungen ermittelt ( Goeser et. al, 2009). Die sich daraus ergebenden Empfehlungen wurden in mehr als 4 Jahren mit über 350.000 Datensätzen entwickelt.

Der TTDNFD Wert wurde von Prof. Combs an der Universität Wisconsin-Madison entwickelt.
Rock River Laboratory hat mit standardisierten in vitro Messungen der NDF Verdaulichkeit in 24,30 und 48 Stunden und den uNDF240
Werten die TTNDFD Werte und Empfehlungen ermittelt ( Goeser et. al, 2009).
Die sich daraus ergebenden Empfehlungen wurden in mehr als 4 Jahren mit über 350.000 Datensätzen entwickelt.

Probenziehen

Probenziehen – Wie geht’s richtig?

Um die Silage zu analysieren wird eine Probe gezogen. Aber diese Probe ist nur ein kleiner Teil des Ganzen. Zum Vergleich:

500 g Silage einzusenden, um …

  • eine Wagenladung Silomais (24 t) zu bewerten, ist wie eine Person aus einem 50.000 Menschen fassenden Fußballstadion zu wählen.
  • einen Silageschlauch (250 t) zu bewerten, ist wie eine Person aus 10 Fußballstadien auszuwählen und zu erwarten, dass diese Person die gesamte Menge repräsentiert.
  • ein kleines Fahrsilo (1.000 t Frischmasse) zu beproben, ist vergleichbar mit der Auswahl einer Person aus einer Menge von 2.000.000 Menschen.

Der Vergleich zeigt, wie wichtig es ist, eine repräsentative Probe zu ziehen.
Die nachfolgend beschriebene Richtlinie zur Probennahme nimmt die Empfehlungen der US-Universitäten auf. Sie hilft, die Genauigkeit und Wiederholbarkeit der Analyseergebnisse zu verbessern.

Richtlinien zur Siloprobenahme

Eine gute Silageprobe besteht zu gleichen Teilen aus mehreren Unterproben. Nachdem von der Anschnittsfläche die tägliche Menge entnommen wurde, werden 5- 10 dieser Unterproben (ca. 300 g) gleichmäßig über die gesamte Anschnittsfläche verteilt genommen. Dabei ist es wichtig, keine Proben direkt von der alten Anschnittsfläche zu entnehmen. Da sich das Futter im Trockenmassegehalt und den Inhaltsstoffen von links nach rechts und von unten nach oben unterscheidet, ist es wichtig, dass möglichst aus allen Bereichen eine Probe gezogen wird. Die Empfehlung lautet mindestens 1 Unterprobe pro 2 m Silobreite. Alle Unterproben werden in einem Eimer gut miteinander vermischt. Die Hände durchmischen das Futter wie eine Waschmaschine, damit auch der feine Anteil immer wieder nach oben geholt wird.

Die verwertbare Silageprobe wird mittels der Misch- und Viertel-Technik gewonnen, indem die Probenmenge so lange reduziert wird, bis eine Probenmenge von ca. 500 Gramm erreicht ist. Für diese Technik wird eine glatte und saubere Stelle im Silo benötigt, auf dem die gesamte Probe ausgeschüttet und in zwei Hälften geteilt werden kann. Die eine Hälfte wird zurück in den Eimer befördert und solange dem beschriebenen Ablauf unterzogen, bis ca. 500 g übrigbleiben.

Die gesamte so erzeugte Silageprobe wird in einer Plastiktüte mit ca. 1,5 Liter Fassungsvermögen gesammelt. Idealerweise wird eine von RockRiverLaboratory Europe bereitgestellte Tüte mit dem vorgedruckten Untersuchungsauftrag zur Verfügung gestellt. Alternativ kann die papierlose „FeedScan App“ verwendet werden.

Probenfrequenz:

Die Anzahl zu ziehender Proben hängt von der Betriebsgröße ab. Empfehlungen zur Frequenz lauten wie folgt:

  • 50 Kuhbetrieb – monatliche Probe
  • 100- 200 Kuhbetrieb – 14 tägige Probe
  • Mehr als 400 Kühe – alle 10 Tage eine Probe

Diese Probenintervalle sind optimal. Ein enges Probenintervall bringt vor allem dann einen Nutzen, wenn die Ergebnisse in die Futterberechnung und damit in die aktuelle Rationsgestaltung einfließen. In großen Betrieben mit 1.000 Kühen und schnellem Vorschub im Fahrsilo kann sich z.B. der analysierte Stärkegehalt innerhalb von 2 Wochen so stark verändern, dass die Ration modifiziert werden muss, und z.B. um 1 kg Körnermais verstärkt oder verringert werden muss. Nur mit diesem aktuellen Informationen kann der Betrieb die Fütterung kosten- und umwelteffizient gestalten. Unabhängig von der untersuchten Probenzahl gilt jedoch: Nur eine gute Stichprobe ergibt ein aussagekräftiges Ergebnis.

Aus dieser großen Menge Futter müssen repräsentative Stichproben gezogen werden.

Aus dieser großen Menge Futter müssen repräsentative Stichproben gezogen werden.

Das Futter sieht gut aus, aber was steckt drin?

Das Futter sieht gut aus, aber was steckt drin?