InfoMail vom ROCK RIVER LABORATORY EUROPE  | 2/2021 |

Saisonstart des Futterbaujahres 2021

Nicht ganz einfach, in diesem kühlen Frühjahr einen guten Starttermin für den Beginn der Grundfutterernte festzulegen. Besonders das natürliche Grünland zeigt eine sehr langsame Frühjahrsentwicklung. Trotzdem darf man sich vor allem von der fehlenden Masseentwicklung nicht täuschen lassen, denn die Lignifizierung der Gräser schreitet voran und damit sinkt die Verdaulichkeit und damit Wertigkeit des Futters für die Wiederkäuer. Einige Ackergräser die momentan zur Schnittzeitbestimmung unser Labor erreichen, sind über den optimalen Schnittzeitpunkt hinausgewachsen und für die Hochleistungsfütterung nur noch mit Abstrichen einsetzbar. Es zeigen sich bei den uns vorliegenden Analyseergebnissen außerdem erhebliche Unterschiede der NDF Verdaulichkeit, die sicherlich Sorten- und Standortbedingt sind. Die Analyse der dynamischen NDF Dynamik ist das moderne Instrument, um den Futterwert in der Kuh besser zu verstehen und Potential zu erschließen.

Infomail ROCK RIVER LABORATORY EUROPE 02 2021

Faserverdaulichkeit in Gräsern

Alle Futterpflanzen bestehen aus Zellen mit faserigen Zellwänden zur Unterstützung und zum Schutz der Pflanze. In den Zellen sind mehrere lösliche Verbindungen enthalten, von denen die meisten gut verdaulich sind. Da das Zellwandmaterial der Hauptbestandteil von Futter ist, besteht eines der Hauptziele der Futteranalyse darin, die Zellwandfaser zu charakterisieren.

Pflanzenfasern bestehen aus drei Hauptkomponenten: Cellulose, Hemicellulose und Lignin. Cellulose und Hemicellulose sind für Wiederkäuer zum Teil verdaulich. Wiederkäuer können diese Faserkomponenten in Energie umwandeln, da der Pansen die richtige Umgebung für Bakterien und andere Mikroorganismen bietet, die die Faser tatsächlich abbauen. Lignin ist unverdaulich und kann daher von Wiederkäuern nicht zur Energiegewinnung verwendet werden.

In den vergangenen Jahren haben Milchproduzenten und Milchviehernährungswissenschaftler oft die Erfahrung gemacht, dass Futter, welches mit der traditionellen Laboranalyse mit herkömmlichen Parametern untersucht wurde, bei laktierenden Kühen dennoch signifikant von der errechneten Leistung abweichen kann. In den letzten Jahren hat die Forschung gezeigt, dass die Verdaulichkeit von neutralen Detergentienfasern (NDF) einen Großteil dieser Variation erklären kann.

Der größte Teil der Energie, die eine Kuh in ihrer Nahrung erhält, stammt aus Kohlenhydraten, die eine Kombination aus Nicht-Faser-Kohlenhydraten (Körnern oder NFC) und Faser-Kohlenhydraten oder NDF sind. Mit zunehmender Verdaulichkeit der NDF Fraktion steigt die gesamte Nettoenergie des Futters, sowie das Futteraufnahmevermögen. Tatsächlich fanden die Forscher heraus, dass eine Erhöhung der NDF-Verdaulichkeit um 1 Prozentpunkt zu einer Erhöhung der Trockenmasseaufnahme um 0,175 kg führte und die fettkorrigierte Milchproduktion um 0,25 kg erhöhte (Oba, 1999).

Mit der Bestimmung der NDF zu verschiedenen Zeitpunkten, wie von Rock River Laboratory Europe angeboten, wird der Abbau der NDF nach 12h, 24h, 30h, 48h 120h und sogar 240 Stunden, also 10 Tagen gemessen. Was nach 10 Tagen übrig bleibt, gilt als unverdaulich und wird als uNDF bezeichnet. Alle diese Werte werden in jeder Dynamic CNCPS Analyse auf der ersten Seite mit ausgewiesen (siehe auch Grafik). Als Standardzeitpunkt gilt die dynamische NDF Bestimmung nach 30 Stunden (NDFD 30). Auch hier gilt, je höher der Wert, desto hochwertiger ist das Futter für die Kuh.

Die Variation der NDF-Verdaulichkeit zwischen den Futtermitteln ist signifikant. Obwohl die durchschnittliche NDF-Verdaulichkeit von Grassilage- Proben, die zur Analyse der Faserverdaulichkeit vorgelegt wurden, 49,5% betrug, lagen die einzelnen Proben im Bereich von 30 bis 72% und zeigen damit eine sehr große Streuung. Die NDF im Futter kann damit nach 17 Stunden oder erst nach 50 Stunden verdaut sein. Eine genauere Bestimmung ist erst durch die Bestimmung der Verdaulichkeit der NDF mittels dynamischer Futteranalyse möglich. Für grasbasierte Silage gibt es eine typische Spanne der Verdaulichkeit von 38 bis 66 Prozent Verdaulichkeit. Leguminosen fallen mit 42 bis 50 Prozent leicht geringer aus. Für eine typische Milchration führt der Anstieg von 42 auf 50 Prozent zu einem Anstieg der Milch pro Kuh und Tag um 2.25 kg.

Verschiedene Faktoren können die NDF-Verdaulichkeit von Futter beeinflussen, darunter die Menge an Lignin, Hybride oder Sorte, Bodenfruchtbarkeit, Wetterbedingungen sowie Verfahren zur Ernte und Lagerung von Futter. In den letzten Jahren hat die Forschung verstärkt die NDF-Verdaulichkeit in Mais und Gras und dort in verschiedenen Sorten untersucht.

Der Unterschied zwischen dem verdaulichsten und dem unverdaulichsten Weidegras ist aus mehreren Gründen signifikant. Erstens bedeutet dieser Anstieg der verdaulichen Faserstoffe um 32%, dass im Pansen mehr Energie für das mikrobielle Wachstum und letztendlich die Milchproduktion zur Verfügung steht. Diese erhöhte Energie erhöht tatsächlich die Stickstoffeffizienz, wodurch der Wiederkäuer den Nichtprotein Stickstoff im Futter besser nutzen kann. Dies reduziert Verluste in Form von Ammoniakgas und Ausscheidungen im Urin. Zusätzlich treibt diese erhöhte Energie die zusätzliche Milchproduktion oder das Tierwachstum an.

Fazit:

  1. Die Verdaulichkeit der NDF ist bei Gräsern variabler als bei Mais und nimmt mit späterem Schnittzeitpunkt rapide ab.
  2. Erste Versuche zeigen signifikante Unterschiede bei verschiedenen Weidelgräsern in der gesamten verdaulichen Faser.
  3. Sprechen Sie mit Ihrem Fütterungsberater und Sortenberater über die Verdaulichkeit von NDF und darüber, wie die Verwendung anderer Sorten Ihren Erfolg verbessern kann.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit der Siloernte und helfen Ihnen gerne mehr über Ihr Futter zu erfahren. Senden Sie uns 300 g Probenfrischmasse und noch am gleichen Tag erhalten Sie Ihr Ergebnis. Schneller und umfassender geht es nicht!

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Abb. 1: Kühle und nasse Witterung beeinflusst die Verdaulichkeit von Gräsern.

Abb. 2: Die NDF Verdaulichkeitskurve auf der zweiten Seite des Futteranalyse Reports zeigt wie gut verdaulich das Futter wirklich ist.

Abb. 3: Frischgras im Labor zur Bestimmung des idealen Schnittzeitpunkts.

Abb4.: Darstellung der NDF-Verdaulichkeitswerte auf dem Analysereport

PDF Download der Beispielanalyse

Wie viel Stärke scheidet die Kuh aus?

InfoMail vom ROCK RIVER LABORATORY EUROPE  | 1/2021 |

Wie viel Stärke scheidet die Kuh aus?

Autor John Goeser, PhD, PAS, Rock River Laboratory, Inc. Watertown. USA

Dieser Artikel ist im “Hoard’s Dairyman” erschienen und wurde übersetzt.

Infomail ROCK RIVER LABORATORY EUROPE 01 2021

Idealer Weise siliert eine Maissilage erst 3 Monate bevor sie verfüttert wird. Der Jahreswechsel ist daher meist die Zeit in der begonnen wird die „neue“ Maissilage zu verfüttern.

Stärkegehalt und Verdaulichkeit sind durch die Analyse bekannt, aber wie viel Stärke die Kuh ungenutzt mit dem Kot wieder ausscheidet, wissen die wenigsten. Dabei lohnt es sich auch am Ende der Verdauung, also im Kot, zu schauen, was die Fütterung eventuell für Reserven hat, in dem die Ausscheidung reduziert wird – mehr dazu am Ende des Artikels.

Hier hilft die Analyse der Stärkeverdaulichkeit, die in Kombination mit einem CNCPS basiertem Fütterungsprogramm bereits aufzeigt, ob die Kuh optimal mit Stärke versorgt ist. Und trotzdem ist die Rationsberechnung eine Prognose.

Eine genaue Kontrolle bietet die Kotkontrolle und die Messung der Stärke im Kot, also der Bestimmung der fäkalen Stärke im Labor.

Um aussagekräftige Ergebnisse für die Herde zu erhalten, sollte der Kot von gesunden Kühen in der Hochleistungsgruppe rund um den 100. Laktationstag beprobt werden. Das ist eine Sache von wenigen Minuten: Mit den Besamungshandschuh in 5-8 frische „normale“ Kothaufen greifen, jeweils eine Handvoll in einen Eimer füllen, alles gut umrühren und dann ein „gute Handvoll“ (300 g) davon in einem Plastikbeutel ins Labor schicken.

Shane Fredin von der Universität von Wisconsin hat festgestellt, dass der Stärkegehalt im Kot sehr genau die Stärkeverdaulichkeit im gesamten Verdauungstrakt (TTSD) von Hochleistungskühen abbildet. Diese Gesamtstärkeverdaulichkeit, Total Tract Starch Digestibility (TTSD) verringert sich um 1,25 Einheiten je Einheit zusätzlicher Stärke im Kot. Teure Stärke wird von der Kuh ungenutzt mit dem Kot ausgeschieden!

Im Durchschnitt der Betriebe, die bei Rock River Laboratory USA die fäkale Stärke analysieren lassen, sind 5 % Stärke im Kot, was einen TTSD-Wert von 94 % entspricht. Die Abbildung zeigt die fäkalen Stärkewerte je nach Jahreszeit.

Sehr gut gemanagte Betriebe können aber auch einen Wert von weniger als 1 % erreichen und repräsentieren den aktuellen Zielwert mit einem TTSD von 99 %.

Das spart viel Geld.

Um das zu verdeutlichen rechnen wir einmal fiktiv: Bei einer angenommen Futteraufnahme von 24 kg TM und einem Stärkegehalt von 25 % in der Ration bedeutet dieser Unterschied ca. 0,5 kg Körnermais und damit 11 ct Futterkosten je Kuh und Tag, die ungenutzt ausgeschieden werden. Dabei ist die nicht realisierte Milchmenge für dieses Futter noch nicht berücksichtigt. Die Zahlen können auch anders interpretiert werden, es bedeutet, dass ein Betrieb mit 80 Kühen jedes Jahr knapp 14 t Körnermais ungenutzt mit der Gülle auf das Feld bringt, bei 600 Kühen sind es sogar 105 t!

Wollen Sie für Ihren Betrieb die Verluste berechnen? Sie haben nichts zu verschenken!

Wir haben Ihnen unseren kleinen „Stärke im Kot“ Rechner beigefügt. Einfach auf den Link klicken und für sich selbst einmal rechnen! Das ist Ihr Potential.

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Kühe die gefüttert Stärke ausnutzen

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Fäkale Stärke beim Milchrind im Zeitverlauf

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