Infomails 2018

TTNDFD SPECIAL: Dürresommer 2018.

InfoMail vom ROCK RIVER LABORATORY EUROPE  | 8/2018 |

TTNDFD SPECIAL: Dürresommer 2018

Total Tract NDF Digestibility die Verdaulichkeit der NDF in der Kuh

Der TTNDFD Wert ist in Europa zwar neu, aber super einfach zu handhaben und soll vor allem Praktikern und Fütterungsberatern die Arbeit mit dynamischen Parametern wesentlich erleichter. Er hilft Grundfuttermittel besser zu bewerten und die Faserverdaulichkeit in der Kuh nachzuvollziehen. Die diesjährige Dürre beeinflusst den TTNDFD-Wert stark.

Infomail ROCK RIVER LABORATORY EUROPE 08 2018

Was ist TTNDFD?

Der TTDNFD Wert wurde von Prof. Combs an der Universität Wisconsin-Madison entwickelt und ist patentiert. ROCK RIVER LABORATORY hat mit standardisierten invitro Messungen der NDF-Verdaulichkeit nach 24,30 und 48 Stunden und Kombination mit dem uNDF240 Wert (Goeser et. al, 2009) den TTNDFD für Grundfuttermittel bestimmt und daraus Empfehlungen abgeleitet.

Was bedeutet die komplexe Faserverdaulichkeit für die Kuh?

TTNDFD ist eine Kombination von Verdaulichkeitswerten über die Zeit gemessen und der unverdaulichen Komponente uNDF240. Vier Variablen bestimmen den TTNDFD: 24h, 30h und 48h NDFD (Neutral Detergent Fiber Digestibility) in Verbindung mit uNDF240 (unverdauliche NDF). Kein Nährstoff an sich ist so variabel wie die Faser. Während uNDF240 hilft, das potentielle Leistungsvermögen zu verstehen, bildet dieser aber nur einen Teil der Informationen ab. Wichtiger für das Verständnis des Pansens ist die Geschwindigkeit oder die Rate der Verdauung, der als kd-Wert (NDF kd) bezeichnet wird. TTNDFD verbindet beides: Die Geschwindigkeit (NDF kd) und das potentielle Vermögen (uNDF240). Diese futtermittelspezifischen Variablen werden auf ein mathematisches Modell einer Hochleistungskuh bezogen. Hierbei werden für die Kuh bestimmte Annahmen a ls Rahmenbedingungen definiert. Dazu gehören neben dem Körpergewicht und der Leistung auch die Passagerate (kp) und die Verdauungsrate im letzten Abschnitt im Dickdarm, wo Bakterien NDF zu kurzkettigen Fettsäuren umsetzen können. Dieser NDF-Abbau im Dickdarm ist mit 5-10% der Gesamtverdauung zwar gering, aber nötig um die Gesamtenergie, die aus der NDF kommt, zu beschreiben.

Wo finde ich den TTDNFD Wert im Analysereport?

Der TTNDFD wird auf dem Analyse Report von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE auf der zweiten Seite in absoluten Zahlen ausgewiesen und steht auf der vierten Seite der Analyseergebnisse im visuellen Report in Form einer Grafik. Eine Veränderung des TTNDFD der Ration u  4-6 % beeinflusst die Milchleistung um 1 Liter pro Kuh und Tag (Combs et al. 2015).

ROCK RIVER LABORATORY EUROPE liefert als einziges Labor europaweit den TTNDFD-Wert. In jeder DYNAMIC CNCPS Analyse ist der TTNDFD-Wert enthalten.

Was macht der TTNDFD im Dürresommer 2018?

Was ist zu erwarten? Es lohnt sich die TTNDFD-Wert Verteilung der Jahre 2010 bis 2017 für Maissilage zu betrachten. Dabei war das Jahr 2012 das letzte große Jahr mit Dürre und Trockenschäden in den USA. Der Stärkegehalt fiel beispielsweise um 2 oder 3 Einheiten relativ zu benachbarten Jahren ab. Dies war der Fall, weil die Pflanzen im Wachstum zwar verkümmert, aber trotzdem in der Lage waren, noch etwas Lieschkolben auszubilden. Daher änderten sich die Faser/Stärke-Verhältnisse Nicht drastisch. Große Ausnahme bildete der TTNDFD-Wert, wie in der Abbildung (nächste Seite) zu sehen. Er zeigt eine größere Varianz und auch einen erhöhten Mittelwert.

Die bislang im deutschen Labor analysierten Proben stützen diesen Trend. Die Varianz der Proben ist extrem groß. Trotz deutlich verminderter Stärkegehalte, durch ungenügende Kolbenbildung oder ungenügenden Kornbesatz, ist die Verdaulichkeit der trockengestressten Pflanzen akzeptabel, wenn nicht überlegen. Genauere Aussagen können Sie erst treffen, wenn Sie: „Wissen, was drin ist“.

Mit Grüßen aus Heiddorf,

Ihr Team vom
ROCK RIVER LABORATORY EUROPE

 

TTNDFD Richtwerte nach Dr. John Goeser, 2016; Quelle: ROCK RIVER LABORATORY Inc.
Der TTDNFD wird in % der NDF angegeben. Je höher der TTNDFD, desto besser ist das Grundfutter. Diese Empfehlungen wurden in mehr als 4 Jahren mit über 350.000 Datensätzen entwickelt.

Deutlich erhöhter TTNDFD einer zufällig ausgewählten Maissilage aus der Ernte 2018. Das Mittel der vorangegangenen 60 Tage liegt 8% darunter und macht die großen Unterschiede deutlich.

Die grafische Darstellung des TTNDFD erlaubt eine schnelle Bewertung des Futters.

Bei ROCK RIVER LABORATORY EUROPE lässt sich auch kolbenloser Mais per NIRS schnell und günstig untersuchen.

InfoMail vom ROCK RIVER LABORATORY EUROPE | 7/2018 |

Bei ROCK RIVER LABORATORY EUROPE lässt sich auch kolbenloser Mais per NIRS schnell und günstig untersuchen.

Nachfolgende Pressemitteilung der LUFA NRW hat uns aufmerksam gemacht: Kolbenarme oder kolbenlose Maissilage lässt sich mit der NIRS Methode nicht untersuchen, da die hohen Zuckergehalte zu keinen aussagefähigen Ergebnissen führen.

Was für die LUFA NRW gilt, gilt nicht für uns.
Die Analyse bei ROCK RIVER LABORATORY EUROPE über NIRS ist stabil, auch bei kolbenarmer Maissilage. Damit kann also weiterhin schnell (innerhalb von 24 Stunden) und kostengünstig (89 Euro netto für das Komplettpaket mit allen Parametern) das gesamte Potential der Silagen analysiert werden. Die wichtige Analyse der Verdaulichkeit der NDF und beim Mais der Abbaubarkeit der Stärke sind absolut wertvolle Informationen zur Bewertung des Futters – in diesem Jahr mehr denn je.

 

Infomail ROCK RIVER LABORATORY EUROPE 07 2018

Warum kann unser NIRS das?

Die Kalibration, die im NIRS Gerät in Deutschland für die exakte Analyse zuständig ist, wurde in den letzten 40 Jahren von ROCK RIVER LABORATORY INC. in Wisconsin von einem Team aus Wissenschaftlern und der Universität in Madison für eine Vielzahl unterschiedlicher Futtermittel und Grundfutter entwickelt. darunter befinden sich auch viele Proben aus Jahren und Regionen der Welt mit Dürre und Trockenstress für die Pflanzen. Ein sehr hohes und internationales Probenvolumen von jährlich über 240.000 Proben garantiert eine robuste Kalibration sowohl bei Trockenheit als auch Überflutungsschäden.
Durch die Kontrolle des deutschen NIRS-Gerätes von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE in Echtzeit, den Abgleich mit Mastergeräten und eine gute interne Qualitätskontrolle, ist die Kalibration des NIRS- Gerätes der Herausfor- derung gewachsen, auch kolbenlosen oder kolbenarmen Mais sicher zu analysieren. Wie gewohnt liefert das NIRS sehr schnelle, exakte und sehr umfangreiche Ergebnisse.
Basierend auf umfangreichen unabhängigen Forschungen und dem regelmäßigen Abgleich des NIRS mit der nasschemischen Analyse zeigt sich, dass das NIRS exakte Ergebnisse liefert und der nasschemischen Analyse nicht nachsteht.Über die bei der LUFA NRW angeführten Werte wie Trockenmasse, Rohasche, Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, nXP, RNB und NEL hinaus, werden zusätzlich alle Parameter, die zu einer Bewertung des Futtermittels nötig sind, ausgewiesen.
Mit dem Analysepaket DYNAMIC CNCPS werden zusätzlich wasser- und ethanollöslicher Zucker, Löslichkeit der Proteine, geschätzte Mineralstoffen, die Aminosäuren, die Bestimmung von 6 Fettsäuren mit dem den Milchfettgehalt beeinflussenden RUFAL Wert, die Fermentationsprodukte, wie Milchsäure, Essig- oder Buttersäure bestimmt. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Verwertbarkeit des Futters in der Kuh und daher wird auf die Beschreibung der NDF Verdaulichkeit über die Zeit von 24,30, 48 120 und 240 Stunden viel Wert gelegt. Vor allem geht es aber bei der Maisbewertung neben dem reinen Stärkegehalt vor allem um die ruminale Stärkeverdauung nach 3, 7 und 16 Stunden, die beschreibt, wie die Stärke von den Pansenmikroben verwertet und aufgeschlossen werden kann.

Trockenmassen ermitteln.

Eine alleinig visuelle Betrachtung des Feldes reicht nicht, denn oft ist mehr Restfeuchte in der Pflanze, wie vermutet. Es sollte mit dem Häcksler in den Bestand gefahren werden und die Trockenmasse mittels Analyse im Labor (24 Stunden) oder alternativem Schnelltest (Koster-Tester oder Mikrowelle) bestimmt werden. Da bei Trockenschäden im Mais die Bestände oft sehr heterogen sind, ist die Kontrolle während der Kampagne das Gebot der Stunde. In Jahren mit Trockenstress zeigen sich Varianzen zwischen verschiedenen Sorten, ihrer jeweiligen Trockentoleranz und Schlägen mit mehr oder weniger guten Bodenverhältnissen oder unterschiedlichem Erregerdruck deutlich. Mehr Varianz als in „normalen“ Jahren wird die Norm sein und verlangt nach intensiverem Monitoring.

Das Ziel ist es, ein Siliergut mit 32% bis 38% Trockenmasse zu häckseln, da nasseres Siliergut zur Bildung von ungewünschten Fermentationsprodukten und hohem Sickersaftanfall führt. Das Silieren bei großer Hitze führt sehr schnell zur Bildung von negativen Effekten. Zu trockenes Siliergut lässt sich sehr schlecht verdichten, wodurch die Fermentation und anaerobe Stabilität des Silos leidet. Wenn die Abreife beginnt, kann das bis zu 1-3 % Anstieg in der Trockenmasse pro Tag bedeuten, so dass eine hohe Schlagkraft der Silierkette gefragt ist.

Achtung Nitrat

Regen, der nach einer Phase langer Trockenheit erfolgt, erhöht die Nitratbelastung der Pflanze. Besonders trockengestresste Pflanzen sind gefährdet. Würde bei normalem Klima Nitrat in der Pflanze zu Aminosäuren und in Proteinen gebunden werden, so ist dieser Prozess bei Trockenheit stark verlangsamt und Nitrate sammeln sich im Stängel oder Pflanzenteilen in gefährdenden Konzentrationen an. Werden die Pflanzenteile von Tieren aufgenommen, bindet sich das Nitrat im Blutstrom an das Hämoglobin und bildet Methämoglobin, welches die Kapazität Sauerstoff zu binden stark reduziert und tödlich enden kann.

Als Gegenmaßnahmen kann man den Mais etwas höher häckseln, da sich Nitrat hauptsächlich im Stängel ansammelt. Eine Entscheidung, die bei knappem Futter, schwer fällt, da sich der Trockenmasseertrag/ha erneut reduziert. 30-60% des Nitrates werden im Siliervorgang bei der Fermentation abgebaut. Es sollte auf jeden Fall 3-4 Wochen nach dem Silieren gewartet werden und auf eventuell auf Nitrat im Labor getestet werden. Silierhilfsmittel können stabilisierend wirken. Fein und kurz häckseln, damit das Silo gut verfestigt werden kann. Auf gar keinen Fall sollte „Grünmais“ direkt vom Feld ohne Nitrattest verfüttert werden.

Nach Regenfällen sollte für 5-7 Tage auf ein Häckseln verzichtet werden, da durch hohe Nitratgehalte und deren Aufnahme Tiere gefährdet werden können und über eventuell entstehendes nitroses Gärgas im Silo auch der Mensch gefährdet ist.

Was ist in diesem Jahr besonders zu beachten?

Das Futterinventar ist rechtzeitig zu überrechnen um weitere nötige Maßnahmen wie ackerbauliche Maßnahmen, Futterzukauf oder eine Reduktion des Tierbestandes zu kalkulieren. Dazu hilft auch der jetzt in jeder Analyse erhältliche Wert: „Trockenmasseverluste durch Fermentation“. Dieser Wert prognostiziert, wie viel Futter nach der Fermentation nicht mehr zum Verfüttern zur Verfügung steht. Werte zwischen 3-8% des eingelagerten Futters sind nicht selten. Eine regelmäßige Analyse des Siliergutes, um bei der hohen Varianz möglichst genau die vorliegende Futterqualität und ihre energetischen Inhaltsstoffe zu bestimmen, ist nötig.
Als abschließendes Beispiel dient eine Untersuchung von 2012, einem Jahr mit großem Trockenstress im Mais in den USA. Sie zeigt deutlich die Herausforderungen der Rationsgestaltung, da trockengestresster Mais eine stark veränderte Futtergrundlage bildet.

Wieder mal ein sehr schwieriges Jahr für Futterproduzenten und Milchviehhalter. Wir wollen Sie dabei nicht alleine lassen und helfen Ihnen mit einer substanziellen Analyse einen Überblick über das Potential des eigenen oder zugekauften Grundfutters zu erhalten. Für Futter, welches bis 14.00 Uhr bei uns im Labor eingeht, erhalten Sie noch am selben Tag ein komplettes Ergebnis: Schnell und zuverlässig!

Warten Sie nicht länger und verschaffen sich einen Überblick: „Wissen, was drin ist!“

Mit Grüßen aus dem staubtrockenen Nordosten,

Ihr Team vom
ROCK RIVER LABORATORY EUROPE

Bei diesem Mais fehlte das Wasser in der Phase der Befruchtung und somit wurden keine Kolben angelegt. Eine Ernte sollte zügig vorgenommen werden. Trockenmassen von 33 bis 38% TS sollten angestrebt werden.

In diesem Bestand die Trockenmasse zu schätzen ist schwierig, eine Messung ist besser.

Maissilage ohne Körner in der Analyse aus der Kampagne 2018 bei ROCK RIVER LABORATORY EUROPE im Labor

In der Analyse zeigt sich der niedrige Stärkegehalt bei hohen Zuckergehalten. Auszug aus der Analyse von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE. Unter dem niedrigen Stärkegehalt von nur 7,48% wird die Abbaubarkeit über die Zeit (nach 0h, 3h,7h und 16h) abgebildet. Nach 16 Stunden 94,31 % ist Stärke abgebaut.

Quelle: Dr. John Goeser, Randy Greenfield, Chris Wacek-Driver, 2012)

Was haben Tour de France Radfahrer und Hochleistungskühe gemeinsam?

InfoMail vom ROCK RIVER LABORATORY EUROPE | 6/2018 |

Was haben Tour de France Radfahrer und Hochleistungskühe gemeinsam?

Einen Energiebedarf von 93 kcal je kg Körpergewicht!

 

Infomail ROCK RIVER LABORATORY EUROPE 06 in 2018

Ein Radfahrer, der an der Tour de France teilnimmt, benötigt extrem viel Energie. Mit ca. 7.500kcal/Tag ist es in etwa das Dreifache des typischen Energiebedarfs eines Erwachsenen. Bezogen auf das Körpergewicht dieser Sportler entspricht das einem Energiebedarf von 93kcal je kg Körpergewicht des Athleten. Eine Hochleistungskuh mit 45 kg Milchleistung am Tag hat einen Energiebedarf von ca. 70.000 kcal/Tag (entspricht 16.700 MJ/Tag). Bei einem Körpergewicht von 750 kg entspricht das ebenfalls ca. 93 kcal (entspricht 22,25 MJ) je kg Körpergewicht, genauso wie bei dem Radsportler. Kühe und Rennradfahrer sind zwar beide Hochleistungsathleten und Ausdauersportler, aber mit einem entscheidenden Unterschied: Die Tour de France dauert 3 Wochen, eine Laktation mit hohen Leistungen über 43 Wochen.

Die Energie muss in die Kuh!

Hochleistungskühe sind genetisch auf diese hohen Leistungen programmiert und haben den entsprechend hohen Energiebedarf. Um der Kuh die Aufnahme von 70.000 kcal oder 16.700 MJ zu ermöglichen, müssen zwei Dinge optimiert sein: Das Futtertischmanagement, welches dafür sorgt, dass die Kuh jederzeit Zugang zu entsprechendem Futter hat. Dazu gehört ein Futtertisch, der jederzeit für die Kuh erreichbar ist. Ermöglicht wird das in einem Stall mit breiten Gängen, großzügigen Übertrieben und keine Überbelegung in der Tiergruppe selbst, um Rangkämpfe zu vermeiden. Und zweitens die Ration selbst, die der Kuh die Nährstoffe in der Art und Weise zur Verfügung stellt, die sie gemäß ihrem Bedarf benötigt.

Futteraufnahme maximieren!

Eine hohe Trockenmasseaufnahme ist nicht nur der Schlüsselfaktor für eine hohe Milchleistung, sondern auch für eine gesunde Kuh mit guter allgemeiner Pansen- und Stoffwechselgesundheit. Die Erhaltung einer guten Körpersubstanz (Body Condition Score), ohne zu große Gewichtsverluste hat großen Einfluss auf die Fruchtbarkeitsleistung.
Viele Faktoren beeinflussen die Trockensubstanzaufnahme: Es sind die Rationsbestandteile mit der jeweiligen Schmackhaftigkeit, die Wasseraufnahme und Wasserqualität, die Energiedichte der Ration, die Häufigkeit der Fütterung, der Verarbeitungsgrad des Futters, das Leistungsniveau der Kuh, der Kuhkomfort, den sie im Stall vorfindet, ihr genetisches Leistungsvermögen, die Verdaulichkeit der Futterkomponenten, die Futterqualität und die daraus resultierende Passagerate des Futters.

Folgende Punkte gilt es zu beachten:

  • Die maximale Trockenmasseaufnahme sollte die Kuh spätestens 10 Wochen nach dem Abkalben erreichen.
  • Die tägliche Trockenmasseaufnahme sollte dann mindestens 4% des Körpergewichts entsprechen. (Eine Kuh mit 612 kg Lebendgewicht frisst 24,5 kg Trockenmasse).
  • Die Pansengesundheit der Ration wird von dem Anteil der aNDFom und deren Verdaulichkeit in der Ration bestimmt.
  • Bei 3 maligen Melken fressen Kühe 5-6% mehr Trockenmasse, als wenn nur zwei Mal gemolken wird. Bei 4-maligem Melken fressen die Kühe 9-10% mehr Trockenmasse als beim 2-maligen Melken.
  • Für jedes halbe Kilogramm Futter-Trockenmasse, kann die Kuh einen Liter Milch realisieren.
  • Kühe fressen meist nach dem Melken und dann muss der Futtertisch mit frischem Futter gefüllt sein.
  • Bis zu 12-mal täglich gehen laktierende Kühe zum Futtertisch zum Fressen, daher sollte mindestens 22 Stunden täglich Futter zur Verfügung stehen.
  • Der ideale Trockensubstanzgehalt der Ration, um die Futteraufnahme zu maximieren ist zwischen 50 und 75% TS. Nassere oder trockenere Rationen begrenzen die Futteraufnahme. Sinkt die Trockensubstanz unter 50% TS, nimmt die Kuh mit jedem Prozentpunkt unter 50% 0,02% des Körpergewichtes weniger Trockenmasse auf. (z.B. bei 40% TS = 10 Punkte unter dem Ideal 10 x 0,02% x 612 kg/Kuh = 1,224 kg reduzierte TS-Aufnahme).

Was sollte die Kuh fressen?

Grundfutter stellt mit 50-80% den größten Anteil der Ration dar und ist meist eine kostengünstige und wichtige Nährstoffquelle für die Pansenmikroben. Die Faser- und Stärkeverdaulichkeit sind wichtige Faktoren zur Optimierung der Milchproduktion. Die Faserbewertung ist allerdings ein zweischneidiges Schwert: Zu wenig effektive Faser, beeinträchtigt die Pansengesundheit und beeinflusst die Milchinhaltsstoffe negativ, zu viel Faser verlangsamt die Passagerate des Futters und begrenzt damit das Futteraufnahmevermögen. 20-25% aNDFom in der Rationstrockenmasse aus dem Grundfutter gelten als guter Richtwert.

Das bedeutet das ideale Grundfutter hat hoch fermentierbare Kohlenhydrate mit niedrigem oder mäßigem Rohproteingehalt, wird schnell geerntet, exzellent gelagert und mit der richtigen Partikelgröße verfüttert. Das gelingt vor allem im früh geernteten ersten Schnitt.

Neben dem NDF-Gehalt ist es aber vor allem die Grundfutter NDFD, also die Verdaulichkeit der Zellwand des Grundfutters (NDF), die das Leistungsvermögen der Kuh beeinflusst. NDFD wird im Labor als verdauter prozentualer Anteil innerhalb von 30 Stunden, 48 Stunden, 120 Stunden und 240 Stunden gemessen. Es zeigt sich, das Gras zum Beispiel ca. 8 bis 10 Stunden „in der Kuh“ bleibt bis es verdaut ist, Stroh dagegen ca. 3 Tage verweilt.

Zahlreiche Studien belegen, dass sich beim Einsatz von Futter mit höherer NDF Verdaulichkeit die Trockenmasseaufnahme erhöht, die Passagerate steigt und die Kuh kann mehr Milch produzieren. Die Peak-Milch (Höchstes Gemelk in der Laktation) und Laktationspersistenz wird verbessert und führt zu einem besseren Ertrag. Abbilden lässt sich diese Wirkung des Futters durch die Kalkulation der „Futtereffizienz“. Sie lässt sich einfach errechnen und in dem der Milchertrag durch die Trockenmasseaufnahme einer Kuhgruppe geteilt wird. In der Hochleistungsgruppe sollte sich eine Futtereffizienz von 1,7 ergeben.

In wissenschaftlichen Untersuchungen (Oba und Allen, Michigan State, 1999) zeigte sich:

Für jeden Prozentpunkt verbesserte NDF Verdaulichkeit:

  • frisst die Kuh 180 Gramm mehr Trockenmasse.
  • Gibt ¼ Liter mehr Milch/Tag bezogen auf 4% Fett korrigierte Milch
  • Nimmt 40 g an Körpergewicht/Tag zu, ist also in einer positiven Energiebalance.

Die Analyse der Faser- und Stärkeverdaulichkeit hilft die Genauigkeit bei der Rationsberechnung zu verbessern. Futter mit einer hohen NDF Verdaulichkeit sollten den vor allem den laktierenden hochleistenden Kühen verfüttert werden. Je höher die Milchleistung der Kuh ist, desto größer ist der Einfluss der NDF-Verdaulichkeit. Wenn die Futteraufnahmekapazität durch den Pansenfüllungsgrad begrenzt wird, dann wirkt eine höhere NDF-Verdaulichkeit auf höhere Flussraten im Pansen und die Kuh kann mehr Futter aufnehmen. Höhere Futteraufnahme führt zu mehr Milch!

Die NDF-Verdaulichkeit wird durch das Entwicklungsstadium zum Erntezeitpunkt, die jeweiligen Wachstumsoder Umweltbedingungen (zum Beispiel nass und kühl Klima im Vergleich zu heiß und trocken) und die Sortenwahl beeinflusst. Die Auswahl speziell auf hohe Verdaulichkeit gezüchteter Sorten ist außerhalb Europas wesentlich größer.

Mit Grüßen aus Heiddorf,

Ihr Team vom
ROCK RIVER LABORATORY EUROPE

Hochleistungskühe am Futtertisch fressen mit großen Appetit. Nur eine hohe Futteraufnahme garantiert eine gesunde, leistungsstarke Kuh.

NDF Verdaulichkeitswerte korrelieren nicht mit dem Lignin- und NDF- Gehalt ( Mike Van Amburgh, 2005).

NDFD im Analysereport von ROCK RIVER LABORATORY wird nach verschiedenen Methoden und über den Zeitverlauf abgetragen. Als errechneter Wert ergibt sich bei dieser Grassilage eine TTNDFD von 67%.

Futterverluste vermeiden - das Silo ist ein Haufen von Möglichkeiten!

InfoMail vom ROCK RIVER LABORATORY EUROPE | 5/2018 |

Futterverluste vermeiden – das Silo ist ein Haufen von Möglichkeiten

Die neuen Chancen im Silo übersteigen das traditionelle Silomanagement.

Von Rock River Laboratory, Wisconsin

Infomail ROCK RIVER LABORATORY EUROPE 05 in 2018

Futterverluste sind zu einem interessanten Thema geworden, da die Gewinne in der Milch- und Fleischwirtschaft unter den gegenwärtigen Bedingungen in der Landwirtschaft sinken. Laut Studien beträgt der Futterverlust pro Jahr 14% des geernteten Grundfutters in den USA, was ungefähr drei Milliarden Dollar Verlust entspricht (bei $152 pro Tonne Futter, adaptiert von Cabrera et al. (2014)). Wo es jedoch Herausforderungen in der Landwirtschaft gibt, gibt es auch Chancen. Die Branche sucht nach neuen Managementpraktiken, um die Belastung der Erzeuger und Produzenten zu verringern. Mit dem Parameter „Fermentationsverlust“ (entwickelt von Rock River Laboratory), ist ein gutes Hilfsmittel zur weiteren Optimierung am Markt verfügbar.

Landwirte streben Futterverluste von 5% oder besser 3%, auf dem Betrieb an. Bei trockenen Zukauffuttermitteln ist das, wenn die Ein- und Auswaagen erfasst werden, relativ einfach zu bestimmen. Wurden 48 Tonnen geliefert, aber nur 46 Tonnen über den Mischwaagen protokolliert verfüttert, dann sind Teile des Futters von der Lagerung zum Futtertisch durch Witterung oder andere Faktoren vernichtet worden. 2 Tonnen Verlust entsprechen 4,2% und bedeuten, je nachdem welche Komponente verloren ging, 300 € bis 2.000 € vermindertes Einkommen.

Erfolgreiche Futterkonservierung beginnt auf dem Feld

Das selbst angebaute Grundfutter kann ebenfalls große Verluste in der Trockenmasse aufweisen. Diese Zahlen sind vielen Landwirten jedoch nach wie vor nicht bewusst, obwohl sich durch eine Verbesserung des Managements hier bares Geld sparen lässt. Durch wissenschaftliche Untersuchungen ist belegt, dass diese Verluste bis zu 30% Prozent ausmachen können. Das heißt, von 100 Tonnen Frischmasse, die vom Feld geerntet werden, bleiben nur 70 Tonnen Futter übrig, die der Kuh vorgelegt werden. Wenngleich dieses Beispiel extrem ist, zeigen sich doch im Mittel Verluste von 6 bis 14%. Gutes Management bei der Futterkonservierung ist der beste Weg Chancen zu nutzen. Allerdings hat sich die genaue Schätzung der Verluste bislang als schwierig erwiesen. Es wurde versucht durch Indikatoren wie pH-Wert, Gehalt an Milch- oder anderen Säuren und Ammoniak-N zu interpretieren, wie effizient die Silierung ist.
Das Silieren oder Fermentieren von Futter ist eine Kunst, die viele Landwirte in jungen Jahren gelernt haben – mit dem Ziel, jede Tonne geerntetes Futter zu verfüttern. Der Fermentationsverlust beginnt schon auf dem Feld und bei der Ernte, wobei Futterverluste durch physikalische Verluste wie das Zerbrechen der Blätter oder andere Blattschäden auftreten. Viele vergessen, dass der metabolische Prozess der Fermentation ebenfalls schon im Feld beginnt. Nachdem Leguminosen oder Gräser geschnitten sind, leben sie weiter und verbrauchen Zucker, bis sie effektiv konserviert sind. Heu, auf das es geregnet hat, oder das länger zum Trocknen braucht, verlängert die Zuckerabbauperiode, was zu einem größeren Futterverlust beiträgt. Die Herstellung von Silage ist nichts anderes als die Herstellung von Heu, denn je schneller sie konserviert wird, desto besser ist die Chance, mindestens 1-3% Futterverlust, welcher sich in dieser Phase vornehmlich aus Protein, Faser, Stärke und Zucker zusammensetzt, einzusparen.

Entschlüsselung der Kunst der Gärung

Während ein schnelles Anwelken im Feld wichtig ist, entsteht der größte Verlust tatsächlich beim eigentlichen Silieren und späteren Ausfüttern. Während der Silierung (Fermentation) wird Sauerstoff aus dem Futter entzogen und Bakterien produzieren Säure aus Zucker, was letztendlich den pH-Wert des Futters so weit senkt, dass die mikrobielle Aktivität endet und die Konservierung wirksam wird. Der Sauerstoffmangel verlangsamt die aerobe Hefeentwicklung, während der niedrige pH-Wert den Schimmelpilzbefall stoppt. Eine perfekte Fermentation würde 100% Speicherung der vorhandenen Energie und die Vermeidung von Verlusten ergeben. Leider wird allerdings, häufiger als erwünscht, eine unvollständige Fermentation und entsprechende Verluste beobachtet. Das geschieht, wenn CO2-Gas oder andere Verbindungen anstelle von Milchsäure hergestellt werden. Hierbei gehen hauptsächlich hochwertige Zucker und Kohlenhydrate verloren. Die Wissenschaft hinter der Fermentation kann erklärt werden, indem man die chemische Rechnung des Fermentationsverlustes beschreibt, wobei die Gleichung wie folgt aussieht:

1 Zucker (6 Kohlenstoffe) → 2 Essigsäure (4 Kohlenstoffe) + 2 CO2 (2 Kohlenstoffe: Gasverlust als Futterverlust).

So wie kochendes Wasser zu Dampf in nichts Greifbares umgewandelt wird, wird Zuckerenergie und Futterwert in Kohlendioxid (CO2) umgewandelt und geht einfach so verloren. In diesem Fall gehen zwei Kohlenstoffe aus den ursprünglichen sechs verloren, was 33% Verlust entspricht!
Zuletzt gibt es noch den Futterverlust, welcher kurz vor bzw. während des Verfüttern des Silos stattfindet. Sobald die Silage angeschnitten, also das Silo geöffnet wird, verschlechtert sich die Futterqualität und im schlimmsten Fall müssen Teile verworfen werden. Dies kann in extremen Beispielen mit 10% zum Gesamtverlust beitragen.

Wo die Chancen liegen – Parameter nutzen wie FERMENTATIONSVERLUST

Gutes Management konzentriert sich auf gute Maße. Landwirte sollten sich Benchmarks erarbeiten, Ziele entwickeln und daraus spezifische Managementstrategien ableiten, mit welchen sie jeden Schnitt in jedem Jahr verbessern können. Dazu gibt neue Messungen für den Fermentationsverlust. Diese Werte finden sich ab sofort in jedem DYNAMIC CNCPS Analysereport. Nach der Silierung, können Futtertrockenmasseverluste nun durch Futter- und Fermentationsparameter vorhergesagt werden. Das eröffnet Betriebsleitern und ihren Fütterungsberatern neue Möglichkeiten das Fermentationsmanagement zu verbessern.
Wichtige Aspekte, welche während der Ernte und Lagerung der Silage zu beachten sind, um Verluste zu reduzieren, sind folgende:
• Schnitt oder Ernte zum Zeitpunkt des günstigsten Trockenmasseanteils stattfinden (z.B. 33-37% bei Mais oder 40-50% bei Heulage);
• Zwischen Schnitt und Verschluss des Silos sollten maximal 7 Tage liegen
• Verwendung von funktionalen Silierhilftsmitteln
• Durch gutes Verdichten möglichst viel Sauerstoff ausschließen
• Silo gut luftdicht abdecken
• Nach dem Anschnitt das Silo zügig verfüttern Anschnittsfläche möglichst klein halten.
Folgende Schlüsselbereiche können darüber hinaus helfen, Reserven der Silierung zu erschließen:

1. Erstellen Sie einen Zeitplan für regelmäßiges Benchmarking

Führen Sie eine Analyse der Fermentationsverluste 2-3 Wochen nach dem Silieren durch. Mit dem Analysepaket DYNAMIC CNCPS erhalten Sie den Wert im Report des Rock River Laboratory ausgewiesen. (Die Vorhersage der Fermentationsverluste basiert auf einem statistischen Modell, veröffentlicht in „The Professional Animal Scientist“, „Futterfermentationsprodukt-Messungen sind abhängig vom Trockenmasseverlust durch Meta-Analyse“ von J. P. Goeser, C. R. Heuer und P.M. Crump.)

2. Legen Sie anhand einer Fermentationsanalyse Maßstäbe fest

Futter und Verluste variieren. Messungen während des ganzen Jahres helfen, die Dynamik und Abweichungen innerhalb des Futters zu verstehen. Wie Futterwertanalysen beurteilen sie den Futterverlust während des gesamten Lagerung- und Fütterungsprozesses. Wenn die Silagelagerung kein stabiles System darstellt, können das ganze Jahr über weitere Verluste auftreten.

3. Bewerten Sie die Managementpraktiken basierend darauf, wie sich die Futterverluste während der Lagerung über das Jahr gesehen verändern.

Landwirte und Pflanzenzüchter sollten die Ergebnisse
mit ihrem Futterberater besprechen und die Veränderungen der Gärung bei jedem Siloanschnitt untersuchen, m auf der Grundlage dieser Ergebnisse geeignete spezifische Managementempfehlungen zu sammeln.
Dieses neue „Werkzeug“, die Vorhersage des Fermentationsverlustes, wird ausgedrückt als Prozentsatz der ursprünglichen Trockenmasse, die in das Silo gelangt ist. Der erste Schritt ist also zu beurteilen, wie viel Futter auf dem Betrieb durch die Verluste während der Fermentation verloren geht. Entsprechende Veränderungen des Managements können den größten Effekt auf die Verringerung des Fermentationsverlustes haben. Darüber hinaus kann die Variabilität der Verluste über das Jahr hinweg dazu beitragen, zu erkennen, wo die Managementpraktiken funktionieren oder ob bestimmte Sorten oder Techniken verbessert werden können, um die Verluste aus der Futterernte im nächsten Jahr zu reduzieren.

Neu bei ROCK RIVER LABORATORY

Der Fermentationsverlust ist eine neues „Werkzeug“, welches uns helfen kann mehr aus unserem wertvollen Grundfutter zu machen. Überprüfen Sie doch einmal für sich selbst wo Sie mit Ihrem Silomanagement stehen, entdecken eventuell Reserven und nutzen Sie den Fermentationsverlust- Wert um das Silomanagement im Verlauf der Jahre zu optimieren.

Mit Grüßen aus Heiddorf,

Ihr Team vom
ROCK RIVER LABORATORY EUROPE

Wie viel von diesem Silo kann denn tatsächlich später gefüttert werden? Wie hoch sind die Verluste? Betriebsleiter in den USA schätzen genaue Angaben zur Kalkulation ihrer Möglichkeiten: Silomanagement auf dem Betrieb Central Sands im Norden Wisconsins.

Die Kalibration nach Goeser et. al (2015) zur Ermittlung der Fermentationsverluste wurde durch 4-jährige nasschemische Analyse entwickelt und umfasst Richtwerte für Leguminosen, Gras- und Maissilagen, sowie Getreide. Der Fermentationsverlust bildet den Abbau der Zucker im Grundfutter ab und gibt keinen Einblick in Ernte oder Fütterungsverluste.
References: Goeser, J.P., C.R. Heuer, P. Crump.2015. Forage fermentation product measures are related to dry matter loss through metaanalysis. Prof. Anim. Sci. 31:137-145.

Die Trockenmasseverluste durch Fermentation stehen im Analysereport vor den dynamischen Verdaulichkeitswerten. In der rechten Spalte ergeben sich die amerikanischen Durchschnittswerte der letzten 4 Jahre für diese Grassilage mit dem Wert 3,03. Dabei handelt es sich um einen mittleren Wert. Die linke Zahl stammt von einem 4. Schnitt einer Grassilage aus Mecklenburg und zeigt mit 8,11 einen relativ hohen Wert. Hier kann der Betrieb für sich Reserven im Silomanagement erkennen, da er über 8% der Trockenmasse im Silo verliert.

Mit der Analyse kann der Fermentationsverlust im Silo genau bestimmt werden.

Unsere neue Analyse ist noch 4-mal besser!

InfoMail vom ROCK RIVER LABORATORY EUROPE | 4/2018 |

Unsere neue Analyse ist noch 4-mal besser!

Ab sofort steht uns das aktualisierte DYNAMIC CNCPS Analyse Paket von ROCK RIVER LABORATORY aus den USA zur Verfügung. Es ist noch besser geworden und bietet alle zurzeit messbaren Parameter einfach, schnell und kostengünstig an.

Infomail ROCK RIVER LABORATORY EUROPE 4 2018

Die bereits sehr umfangreiche Analyse über DYNAMIC CNCPS mit NDF Verdaulichkeiten und allen Eingaben, die man für das Rechnen mit CNCPS benötigt, ist erweitert worden um eine Reihe wichtiger Werte:
 • Es sind limitierende Aminosäuren, wie Methionin, Lysin und Histidin und Gesamtaminosäuren
 • zahlreiche gesättigte- und ungesättigte Fettsäuren, sowie der RUFAL-Wert
 • der Stärkeabbau über 0, 3, 7 und 16 Stunden und
 • den sogenannten Fermentationsverlust des Futters im Silostock.
Mittels NIRS können genauso schnell wie bisher, also 12-24 Stunden nach Probeneingang im deutschen Labor, die kompletten Analysen mit den neuen Werte an Sie versendet werden. Probieren Sie es einfach aus. Sie werden begeistert sein.

Mit dem neuen Parametern in den Analysen baut ROCK RIVER LABORATORY auch in den USA seine Führung unter den landwirtschaftlichen Laboren weiter aus. In den vergangenen 4 Jahren haben zahlreiche Mitarbeiter unter der Leitung von Dr. John Goeser, dem Leiter der Forschungs- und Innovationsabteilung von Rock River Laboratory, aus der nasschemischen Analyse die neuen NIRS- Kalibrationen entwickelt. Nach umfangreichen Tests haben diese ihre Praxisreife erreicht und sind in Europa in deutscher und englischer Sprache erhältlich. Lag der Schwerpunkt der für Deutschland neuen Analysen bislang besonders auf der genauen Bestimmung der Faserverdaulichkeit der NDF (NDFD) und damit der uNDF (unverdauliche Faser), kommen nun weitere Werte hinzu, die helfen, den Wert des Futters exakter zu bestimmen und unsere Tiere noch leistungsgerechter versorgen zu können.

Was ist neu?

1. AMINOSÄUREN

Mit den Gesamtaminosäuren und Lysin, Methionin und Histidin werden erstmals auch die limitierenden Aminosäuren beschrieben. Die Bestimmung von Rohprotein und
löslichem Protein reicht längst nicht mehr aus, um Hochleistungskühe bedarfsgerecht zu versorgen, da die Pansenmikroben maximal 65% der essentiellen Aminosäuren zur Verfügung stellen können. Eine Ergänzung über spezielle Futterzusätze kann Leistungsreserven erschließen.

2. FETTSÄUREN

Es werden nicht nur die Gesamtfettsäuren, sondern auch die einzelnen Fettsäuren wie zum Beispiel die Palm-, Öl-, Myristin, Linol- oder Linolensäure analysiert. Die Rohfettwerte in den Futtermitteln sind weder durch „Buchwerte“, noch durch einmalige Untersuchung genau zu beschreiben, da sie nicht statisch sind. Wie groß die Schwankungen im Gehalt an ungesättigten Fettsäuren sein können, zeigen zahlreiche Studien. Besondere Bedeutung hat der RUFAL-Wert. RUFAL steht für „Rumen Unsaturated Fatty Acid Load“ und beschreibt die Menge der ungesättigten Fettsäuren aus dem aufgenommenen Futter mit ihrem Potential die ruminale Fermentation und Milchsynthese zu beeinflussen und eine Milchfettdepression auszulösen. Mit steigenden RUFAL sinkt der Milchfettgehalt, ohne das ein bestimmter Schwellenwert ermittelt wurde (Lock et al., 2009). (mehr unter www.rockriverlab.eu)

3. in situ ruminale Stärkeverdaulichkeit

Für die Bewertung der Stärke als Nährstoff, ist nicht nur der Gehalt an reiner Stärke, sondern auch die Verfügbarkeit für die Kuh und ihre Pansenmikroben von großer Bedeutung. Mit der in situMethode steht ein modernes und exaktes Verfahren zu Verfügung, welches über die NIRS Analyse in der Praxis genutzt werden kann. Traditionell wird die ruminale Stärkeverdaulichkeit, also die Stärke die pansenverfügbar ist, mit dem in vitro Verfahren bestimmt. In vitro steht für „im Glas“ also außerhalb eines biologischen Systems. Dieses Verfahren zur Bestimmung der Stärkeverdaulichkeit ist eine unter landwirtschaftlichen Analyselaboren weit verbreitete Methode. Allerdings haben Powell-Smith et al. (2015) und Schuling et al. (2016) in zwei unabhängigen Versuchen gezeigt, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Ergebnissen der in vitro gemessenen Stärkeverdaulichkeit und des tatsächlich in der Kuh stattfindenden Stärkeabbaus gibt. Diese Methode ist daher für den Praxiseinsatz ungeeignet. Wesentlich genauer ist die Bestimmung des Stärkeabbaus im Pansen über die in situ Methode. In situ bedeutet „am Ort“, das heißt, dass das zu bestimmende Probenmaterial in semipermeable Beutel gefüllt und diese direkt in den Pansen einer fistulierten Kuh gebracht werden. Damit ist die zu betrachtende Stärke direkt dem Pansensaft mit ihren Mikroben und Mikroorganismen ausgesetzt. Nach den definierten Zeitpunkten – 0 Stunden, 3 Stunden, 7 Stunden und 16 Stunden – wird die verbleibende Stärke im Probenmaterial gemessen und somit der Abbau und bei Betrachtung mehrerer Zeitpunkte auch die Geschwindigkeit des Abbaus (kd) bestimmt. Schuling et al. (2016) hat eindrucksvoll gezeigt, dass dieser Ansatz zur Messung der ruminalen Stärkeverdaulichkeit, mit der tatsächlich in der Kuh stattfindenden Stärkefermentation am besten übereinstimmt.
Das Analyselabor ROCK RIVER LABORATORY in Wisconsin hat über die enge Zusammenarbeit mit der University of Wisconsin in Madison, die Möglichkeit eine große Anzahl Pansen-fistulierter Versuchskühe zu nutzen. Ein ganzer Stall steht voller Hochleistungskühe und kann zur Bestimmung der Werte genutzt werden. Diese in situ ermittelten Werte bilden die Grundlage der NIRSKalibration, die auch von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE in Deutschland genutzt wird.
ROCK RIVER LABORATORY benutzt als einziges Labor die in situ-Methode über NIRS zur Bestimmung der Stärkeverdaulichkeit im Pansen.
4. FERMENTATIONSVERLUST
Der Trockenmasseverlust durch Fermentation beschreibt, wie viel vom Frischfutter im Silierprozess verloren gegangen ist. Es ist also ein Wert, der Rückschlüsse auf den Siliererfolg ermöglicht und hilft das Silomanagement zu verbessern. Es ist eine Zahl, die hilft folgende Frage zu beantworten: Wie viele Tonnen Futter bleiben von 100 Tonnen geerntetem Futter übrig, die dann tatsächlich verfüttert werden können?
Bei Grundfuttermitteln können laut wissenschaftlicher Studien 6% bis 14% Schwund auftreten. Der neue Wert „Fermentationsverlust“, der auf jedem Analysereport ausgewiesen wird, kann von Jahr zu Jahr verglichen, ein praktisches Tool zur Optimierung des Silomanage- ments werden. Wir werden dazu in Kürze eine weitere Info- Mail versenden.
Zu den umfangreichen Analyseergebnissen kommen ab sofort 4 weitere Bereiche, die uns helfen werden unsere Kühe noch besser versorgen zu können und unser Futter besser einzuschätzen. Mit den Aminosäuren, den Fettsäuren, dem Stärkeabbau in praktischer grafischer Darstellung und den Fermentationsverluste als Prozentsatz der Trockenmasse ergeben sich neue Möglichkeiten der Futterbewertung. Ab sofort ist der Analyse Report für Europa in deutscher und englischer Sprache erhältlich.
Und das Beste daran: Aufgrund des günstigen Dollarkurses können wir das volle Analysepaket DYNAMIC CNCPS zu den gleichen Konditionen wie bisher anbieten. Eine Futterprobe mit 400 g wie bisher einsenden und DYNAMIC CNCPS ankreuzen und schon erhalten Sie das Ergebnis Ihrer Silagen. Ein echter MehrWert! Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim anstehenden ersten Schnitt !

Mit Grüßen aus Heiddorf,

Ihr Team vom
ROCK RIVER LABORATORY EUROPE

Kühe fressen für die Forschung (Cornell Research Farm / New York)

Verlauf des Stärkeabbaus nach in situ Bestimmung im Analysereport
Dynamic CNCPSplus

Getrocknete Futterprobe

Alle neuen Parameter, wie Aminosäuren, Fettsäuren, Stärkeabbau
und Fermentationsverlust finden sich in der DYNAMIC CNCPS Analyse.

Die 45 kg Tour

InfoMail vom ROCK RIVER LABORATORY EUROPE / INNOVATIONSTEAM | 2/2018 |

Die 45 kg Tour

Infomail InnovationsTeam Christiane Brandes 02 in 2018

Natürlich ist keine Herde wie die andere, aber
45 kg Milch zu melken, basiert immer auf den gleichen Praktiken.

Betriebe, die mit ihren Herden im Durchschnitt 45 kg Milch melken, machen einiges richtig. Was ist das?
Wenn wir von unseren Kühen mehr verlangen, dann müssen wir Ihnen auch mehr geben, um sie gesund und leistungsfähig zu erhalten. Das ist anspruchsvoll, aber möglich. Hohe Leistung und gute Gesundheit gehören zusammen.

Voraussetzungen für den Erfolg:

1. Beste Futtergrundlagen und außerordentlich gute Rationsgestaltung
Tagaktuell werden Rationen kontrolliert und ggf. angepasst. Die in Amerika typische Futteranalyse ist differenzierter und ermöglicht eine leistungsfördernde Rationsgestaltung unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit.

2. Die Verwendung von sicheren und effizienten leistungserhöhenden Maßnahmen oder Technologien,
wie beispielsweise das 3-mal tägliche Melken der Kühe.

3. Eine ausreichende Anzahl sehr gut ausgebildet

Sehr gute Herden haben immer Personal, dass sie betreut, welches in der Lage ist, gut mit den Kühen umzugehen (Low Stress Handling), kranke oder lahme Kühe rechtzeitig zu behandeln und brünstige Kühe zu erkennen.

4. Minimierung von Lahmheiten.
Lahmheiten beeinflussen die gesamte Kuh, in ihrem Verhalten und vor allem in der täglichen Futteraufnahme. Gute Einstreu der Liegeboxen, regelmäßiger professioneller Klauenschnitt, Gummilaufböden im Melkstand, die richtigen Klauenbäder und eventuell der Zugang zur Weide zeichnen erfolgreiche Betriebe aus.

5. Trächtigkeiten erreichen.
Hochleistende Kühe tragend zu bekommen, ist anspruchsvoll, aber möglich. Es zeigt sich, dass bei weniger Kühen/Besamungetechniker, aber vor allem mit niedrigerer Belegungsrate in den Tiergruppen und dem Vermeiden von Hitzestress (z.B. Einbau von Ventilatoren) gute Erfolge in der Fruchtbarkeit erzielt werden.

6. Hohe Herdengesundheit bei den frisch abgekalbten Kühen.
Betriebe mit höchsten Milchleistungen stellen ihren frisch abgekalbten Kühen ausreichend Fressplätze am Futtertisch und einen bequemen Platz zum Liegen in der Liegebox zur Verfügung. Niedriger Tierbesatz im Bereich der Transitphase und keine Umstallung der Kuh in der Woche vor der Kalbung ist eine typische Praxis auf dem Weg zu hoher Tiergesundheit und Milchleistung.

7. Exzellente Eutergesundheit.
Erfolgreiche Betriebe halten die Zitzenkuppen der Kühe sauber und erkennen Mastitiden früher. Die Verschmutzung des Euters durch Gülle muss ebenfalls minimiert werden.

8. Achte auf Hitzestress.
Wärme im Stall beeinflusst die Kuh negativ in zahlreichen physiologischen und verhaltenstypischen Bereichen. Typisch für Betriebe mit hoher Milchleistung sind Ställe mit natürlicher Belüftung, Ventilatoren oder auch Sprühnebelanlagen, bzw. die Kombination dieser Faktoren, um die Kühe zu kühlen.

All das wollen wir sehen!
Wollen Sie sich Anregungen fuür Ihren eigenen Betrieb holen? Auch unsere Kühe in unseren Ställen, können wesentlich mehr Milch
geben, als sie das momentan tun. Was muüssen wir tun, um genau das zu erreichen?

Die 45-kg-Tour

Kommen Sie mit uns mit und starten Sie Ihr eigenes Change-Management Programm für Ihren Milchviehbetrieb. Wir zeigen Ihnen, wie man in gesunden Herden konstant 45 kg Milchleistung melken kann.

Vom 2. Oktober bis 8. Oktober 2018 besuchen wir exklusiv 8 Milchviehbetriebe in Wisconsin/USA, die seit Jahren diese hohe Naturalleistung im Stall haben.

In einer kleinen, exklusiven Gruppe reisen wir auf die Betriebe und treffen die Eigentümer oder Verantwortlichen, die uns zeigen, wie sie zu dieser hohen Leistung gekommen sind. Unsere Ansprechpartner erläutern uns, was für sie wichtig ist. Ob Milchviehställe, Melkhäuser, Jungrinderaufzucht, Futtersilos, Fütterungs management, Herdenmanagement oder Tiergesundheit, für uns gibt es keine Geheimnisse. Kompakt und kompetent wollen wir die „Take Home Messages“ erarbeiten. Wir nehmen mit, was man auch zuhause im Stall in Deutschland machen kann. Zusätzlich besuchen wir den Holstein Tag der World Dairy Expo (www.worlddairyexpo.com) in Madison/Wisconsin, die große Fachmesse für Milchviehhalter.

Begleitet werden Sie von einer ausgewählten Reiseleitung, die Ihnen die Informationen nicht nur übersetzt, sondern auch erläutern kann. Von amerikanischer Seite stehen uns renommierte Hochschulprofessoren und Berater mit guter Praxiskenntnis zu Verfügung. Es handelt sich um eine intensive Fachstudienreise.

Flüge bis nach Chicago, Transport vor Ort, Hotels werden im Rund-um-Sorglos Paket für Sie gebucht.

Jetzt mehr Melken. Interesse?
Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf und rufen Sie die kompletten Reiseunterlagen ab. Einfach eine Mail senden an: Info@mehr-melken.de mit dem Vermerk „ 45-kg Tour“.

Wir freuen uns auf Sie!
Ihre Christiane Brandes
InnovationsTeam Christiane Brandes

 

 

Es wird wieder enger - 10 Schlüsselbereiche im Milchviehmanagement

 

InfoMail vom ROCK RIVER LABORATOR EUROPE / INNOVATIONSTEAM | 1/2018 |

Es wird wieder enger – 10 Schlüsselbereiche im Milchviehmanagement
um wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben

Infomail InnovationsTeam Christiane Brande 01 in 2018

Die Prognose der Milchpreise verheißt nichts Gutes: Engere und wahrscheinlich negative Margen auf vielen Milchviehbetrieben für das laufende Jahr 2018. Da heißt es für Milchproduzenten wieder einmal an allen möglichen Schrauben zu drehen und das laufende Management in der Herde zu überprüfen. Seit Jahren schätzen wir PRO DAIRY der Cornell Universität in New York und pflegen den Austausch mit Tom Overton und Jason Karszes. PRO DAIRY hilft den Betrieben in New York wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben. Es wurde ein 10 Punkte Plan entwickelt, den wir frei übersetzen und ergänzen, denn auch wir möchten, dass Sie erfolgreich bleiben.

 

1. Maximiere die Milchinhaltsstoffe
Hohe Milchinhaltsstoffe bringen bessere Milchschecks. Top Herden haben als Zielwert 3 kg Fett- und Reineiweiß-Kilogramm pro Kuh und Tag. Haupttreiber für diesen Wert ist natürlich eine hohe gemolkene Tagesmilchmenge. Doch auch bei mittleren Herdenleistungen kann man davon ausgehen, dass wenn eine Holstein- Herde Milchinhaltsstoffe von unter 3.7% Fett und unter 3.0% Reineiweiß in der Sammelmilch zeigt, dass es hier Optimierungsmöglichkeiten und damit finanzielle Reserven gibt. Die Molkereien vergüten Milchinhaltsstoffe gut und momentan ist besonders das Milchfett wieder von großem Interesse.
Niedriges Milchfett bei den Milchinhaltsstoffen kann ein Indikator sein, dass ungesättigte Fettsäuren aus dem Pansen die Milchfettsynthese im Euter direkt hemmen. Diese Werte lassen sich direkt bestimmen und erscheinen in der Futteranalyse bei ROCK RIVER LABORATORY EUROPE als sogenannte RUFAL (Rumen unsaturated fatty acid load). Werte (Mehr Infos auch auf unserer Website). Es gibt die Möglichkeiten durch die Rationsgestaltung mit ungesättigten Fetten, Kohlenhydratbalance und oder entsprechenden Grundfutterqualitäten auszugleichen und das Futtertischmanagement (Trockenmassen, Futtermengen, Verhindern des Sortierens) zu optimieren. Bei Reineiweißgehalten von unter 3% wird deutlich, dass die Pansenfermentation und mikrobielle Proteinsynthese nicht maximiert wird. Die Bestimmung der vorliegenden Aminosäuren in der Ration kann Begrenzungen bzw. Leistungsreserven aufzeigen. Rationsveränderungen zeigen sich in den veränderten Milchinhaltsstoffen ca.10 bis 14 Tagen nach Umstellung.

Grundfutteranalyse bei ROCK RIVER LABORATORY EUROPE und danach Rationsoptimierung mit dem Fütterungsberater.

 

2. Suche nach der „Grenz“Milch.
Die höchste Gewinnmarge bringt es, die „Grenz“ Milch zu melken. Die hohen Fixkosten sind kurzfristig kaum zu beeinflussen, aber jeder Liter Milch extra, der gemolken wird, verbessert die Wirtschaftlichkeit. Je nach Betrieb können das ganz unterschiedliche Maßnahmen sein. So kann das 3 malige statt 2 malige Melken einen Mehrwert bringen. Oder als andere Maßnahme kann es das Verkürzen der Trockenstehzeit von hochleistenden Kühen auf unter 40 Tagen sein oder viele andere Managementpraktiken.
Wichtig ist es Neues auszuprobieren: Studien belegen zum Beispiel, dass Betriebe , die die frisch abgekalbten Kühe für die ersten 3-4 Wochen 4 mal/Tag melken und dann auf 2/Tag melken zurück gehen, in den folgenden 7 Monaten 1.5 kg Milch/Kuh/Tag höhere Milchleistung erreichen. Die 7% höhere Arbeitsbelastung kann sich im größeren Lohnarbeitsbetrieb durchaus rechnen. Voraussetzung für den Erfolg ist allerdings, dass der Stall höchsten Kuhkomfort hat und einen zügigen Kuhverkehr zum Melkstand und zurück ermöglicht. Das Kosten-Nutzen Verhältnis ist besser, als wenn man sich entscheidet, die ganze Herde dreimal zu melken.

Kuhkomfort checken, speziellen Frischabkalberstall, der diesen Managementvorteil zulässt bauen mit INNOVATIONSTEAM

 

3. Keine frisch abgekalbten Kühe verlieren.
Ziel muss es sein weniger als 5% der frisch abgekalbten Kühe in den ersten 60 Tagen nach dem Abkalben zu verlieren. Bei den Erstkalbinnen sollte der Wert unter 6% liegen. Höhere Werte deuten auf enorme wirtschaftliche Verluste auf, da die gesamten Aufzuchtkosten ohne einen Gegenwert anfallen. Gründe sind meist Überbelegung vor oder nach dem Abkalben oder Rangkämpfe zwischen in einer Gruppe gehaltenen Färsen und älteren Kühen. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass wenn Tieren in diesem Haltungsbereich der Vorbreitungsgruppe weniger als 71 cm Troglänge/Tier zur Verfügung, das Risiko nach der Abkalbung in den ersten 30 Tagen in Milch auszufallen um 40% erhöhen. Das entspricht fast einem Tier: Fressplatzverhältnis von 1:1. Die Belegungsrate auf 70-80% abzusenken, kann helfen einen älteren Stall, der zu eng ist, noch sinnvoll zu nutzen. Der Bau eines speziellen Reprostalls mit besseren Haltungsmöglichkeiten und der Möglichkeit des effizienten Einzeltiermanagements kann hier große Reserven erschließen.

Kuhkomfort checken, Frischabkalberstall bauen mit INNOVATIONSTEAM

 

4. Kühe mit niedrigen Leistungswert merzen.
Kühe, die nicht genug Milch produzieren, um die variablen Futter- und Arbeitskosten zu decken, müssen identifiziert werden. Sie werden von der Reproduktion ausgeschlossen, trocken gestellt oder wenn möglich gemerzt. In Betrieben mit Überbelegung kann das Herausnehmen von diesen Kühen einen zusätzlichen positiven Effekt auf die verbleibenden Kühe in der Gruppe haben. Häufig kompensieren die verbleibenden Kühe die fehlende Milchmenge der entnommenen Kühe ganz und in Einzelfällen überbieten sie die Menge sogar. Gespart werden die Erhaltungskosten der entnommenen Kühe.

Management im Betrieb prüfen

 

5. Standard Protokolle prüfen.
Besonders beim Melken, Kälber- und Kolostrummanagement , der Futtervorlage oder im Fruchtbarkeitsmanagement helfen Protokolle, die gesetzten Ziele zu erreichen. Von Zeit zu Zeit sollten diese Protokolle und ihre Anwendung, also Umsetzung im Betrieb geprüft werden. Ungenauigkeiten können schnell zu Milchleistungsverlusten, höheren Zellzahlen und Verschlechterung der Milchqualität, schlechteren Fruchtbarkeitsergebnissen, verminderter Kälbergesundheit oder höherer Kälbersterblichkeit führen. Alle diese Resultate beeinflussen den Gewinn mehr oder weniger stark.

Management im Betrieb prüfen

 

6. Jungrinderaufzucht überprüfen.
Die Jungrinderaufzucht ist kostenintensiv, aber nötig für einen geschlossen Milchviehbetrieb ohne Tierzukauf. Trotzdem lohnt sich die Prüfung, ob in diesem Betriebszweig noch Reserven erschlossen werden können. Es gibt wissenschaftlich belegte Studien, die zeigen, dass gut aufgezogene Färsen mit 21 bis 22 Monaten ohne spätere Leistungseinbußen abkalben können. Hier bringt ein Verkürzen der Aufzuchtperiode echte Ersparnis bei den fixen Kosten eines Aufzuchtplatzes und bei den variablen Futter- und Arbeitskosten. Ob die Aufzucht der Färsen, auf einen gutem Niveau ist lässt sich sehr einfach überprüfen: Gut aufgezogene Erstkalbskühe müssen mindestens 75% bis 80% der Milchleistung von älteren Kühen erreichen. Betriebe mit sehr guter Aufzucht erreichen hier Werte von 82% bis 85% Milchleistung der Erstkalbskühe im Vergleich zu den Zeit- und Drittkalbskühen. Von den Erstkalbskühen sollten in der ersten Laktation weniger als 20% der Tiere ausfallen.

Kuhkomfort checken, neuen Jungrinderstall bauen mit INNOVATIONSTEAM.

 

7. Fruchtbarkeit maximieren.
Trächtigkeitsraten von 26% und darüber sind das Ziel für eine wirtschaftliche Herde. Die früher genannten 20% Trächtigkeitsrate reichen heute nicht mehr aus. Hohe Trächtigkeitsraten sind nicht nur durch gute Brunstkontrolle zu erlangen, sondern auch ein Speigelbild guter Haltung und Fütterung der Herde.

Management im Betrieb prüfen.

 

8. Kälberaufzucht verbessern.
Totgeburten und Kälbersterblichkeit in der Phase der Aufzucht können in vielen Betrieben noch gesenkt werden. Totgeburten sollten 4 bis 5% nicht überschreiten. Ein gut durchdachter und sauberer Abkalbebereich, der dicht an der Vorbereitungsgruppe bei den Trockenstehern liegt, hilft diesen Wert zu erreichen. Durch modernes Management mit „ Just-In-Time“ Kalbung sinkt die Zahl der Probleme meist deutlich. Mehr lebende Kälber in diesem Betriebszweig erhöht die Möglichkeit der Selektion in der Herde oder erlaubt den Verkauf von Tieren.
Eine Kälbersterblichkeit von unter 2% in den ersten drei Lebensmonaten, lässt sich nur mit Kälbern erzielen, die mit ausreichend hochwertigem Kolostrum unmittelbar nach der Geburt versorgt wurden und stressfrei aufgezogen werden. Bei sachgerechter Haltung und Fütterung haben diese Kälber nach 56 Tagen ihr Geburtsgewicht verdoppelt.

Kuhkomfort checken, neuen Kälberstall bauen mit INNOVATIONSTEAM.

 

9. Verdecktes Potential in der Ration erkennen.
Neue Möglichkeiten existieren vor allem durch die moderne Futteranalyse (nach amerikanischem System). Durch die besseren Kenntnisse der Faserverdaulichkeit, vor allem des Grundfutters, ist es möglich, engere Rationen zu erstellen, die wirtschaftlich optimiert sind. Durch die akkuratere Einschätzung des selbst angebauten Futter können Rationen noch Wiederkäuer gerecht gestaltet werden. Wenn es Grundfutter in guter Qualität und Menge auf dem Betrieb gibt, muss geprüft werden, ob es bereits optimal eingesetzt wird. Zahlreiche Studien zeigen, dass es strategisch möglich ist, den Einsatz von Protein in der Ration zu drosseln und dennoch die Milchleistung und Inhaltsstoffe stabil zu halten. Diese Fütterungsstrategie senkt vor allem die pansenabbaubaren Eiweißquellen auf 8% bis 9% der Trockenmasse  der Ration. Das kann weniger als 16% Rohprotein in der Ration entsprechen. Dazu sind angepasste hochwertige pansenstabile Eiweißquellen, die Beachtung der limitierenden Aminosäuren und eine optimale Versorgung der Pansenmikroben mit Kohlenhydraten unabdingbar. Wirtschaftlich ist dieses vor allem in Maissilage-lastiger Fütterung interessant. Außerdem gibt es weder zur Milchleistungssteigerung oder Fruchtbarkeitssteigerung einen Grund mehr als 0,40% Phosphor für frisch abgekalbte Kühe oder 0,35% Phosphor für Kühe insgesamt zu füttern. Rationsgehalte von 0,35% Phosphor werden bereits mit der normalen Fütterung erreicht, so dass eine Ergänzung über zusätzlich verfütterte Mineralstoffe auf den Prüfstand genommen werden kann. Obwohl es immer verlockend ist, einzelne Komponenten aus den Rationen zu entfernen, wenn der Milchpreis unter Druck gerät, sollten diese Entscheidungen immer zusammen mit dem Fütterungsberater getroffenen werden und die Kosten-Nutzen- Analyse der gesamten Ration betrachtet werden.

Grundfutteranalyse bei ROCK RIVER LABORATORY EUROPE und danach Rationsoptimierung mit dem Fütterungsberater.

 

10. Maximiere das Fütterungsmanagement.
Zahlreiche Fütterungsprogramme haben enorme Reserven, die sich nicht immer sofort erkennen lassen. So kann es sinnvoll sein, die Verluste zu begrenzen, in dem die Anschnittsfläche des Grundfutters besser gemanagt wird oder Einzelkomponenten statt lose am Boden, besser im Hochsilo gelagert werden. Das kann eine Einsparung von bis zu 2% der zugekauften Einzelkomponenten bringen. Am wichtigsten erscheint jedoch die mindestens einmal pro Woche durchgeführte Bewertung der Trockenmasse und die nötige Korrektur der TMR- Einwaage, um die Kühe unabhängig vom Fütterer mit einer gleichmäßigen Ration zu versorgen. Regelmäßig einmal im Monat und bei jedem Eindruck von Veränderungen sollte unbedingt eine Analyse der Silage erfolgen. Ziel sollte es sein, bei guten Silagen den Anteil der selbst angebauten Grundfuttermittel in der Ration auf mindestens 60% bis 65% und je nach Betrieb eventuell auch 70% in der Ration zu erhöhen.

Grundfutteranalyse bei ROCK RIVER LABORATORY EUROPE und danach Rationsoptimierung mit dem Fütterungsberater.

 

Es wird wieder eng und nichts tun hilft nicht.
Jeder der 10 Punkte hat großen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit. Die großen Schrauben sind Kuhkomfort im Stall und gute Erreichbarkeit von Futter. Das Futter selbst muss aus den richtigen Komponenten bestehen. Bei allen diesen Punkten können wir Sie unterstützen. Fordern Sie uns.

Wir freuen uns auf Sie!
Ihre Christiane Brandes
InnovationsTeam Christiane Brandes

Genauer füttern mit dynamischer Rationsberechnung

InfoMail vom ROCK RIVER LABORATORY  | 1/2018 |

Genauer füttern mit dynamischer Rationsberechnung

Anwenderseminare für das Programm AMTS.Cattle.Pro mit Dr. Samuel Fessenden von dem Unternehmen Agricultural Modeling and Training Systems aus New York.

Infomail ROCK RIVER LABORATORY EUROPE 1 2018

Praxisnahe Betrachtungen und Berechnungen zur Physiologie, Ökonomie und Ökologie der Tierernährung von Dr. Samuel Fessenden aus den USA.

Wir beginnen das neue Jahr mit Schulungen zur Nutzung der dynamischen Rationsberechnungsprogramme. War es im Jahr 2017 das Programm NDS Professional aus Italien, so war es in diesem Jahr AMTS.Cattle.Pro aus den USA. Zu diesen Schulungen kam eigens der für Entwicklung und Vertrieb zuständige Dr. Samuel Fessenden zu uns. Man kann sich kaum einen besseren „Lehrer“ für das Programm vorstellen, denn er hat über 10 Jahre an der Seite von Dr. Mike Van Amburgh, dem Initiator und Entwickler des semi-dynamischen CNCPS-Modell (Cornell Net Carbohydrate and Protein System) gearbeitet. Damit kennt Sam Fessenden das CNCPS, als „Betriebssoftware“ des kommerziellen Futterberechnungsprogrammes AMTS, wie kaum ein anderer. Vom 30. Januar bis 6. Februar fanden die Schulungen unter Leitung von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE in Deutschland und der Slowakei statt.
Das Dynamische Rationsberechnungsprogramm AMTS wird bislang erst von wenigen Fütterungsberatern in Deutschland genutzt. Aber die wenigen, die es nutzen, sind begeistert von der Vorhersagegenauigkeit und den Möglichkeiten der CNCPS basierten Programme. Laut Sam Fessenden liegt diese Genauigkeit bei +/-0,8 kg der tatsächlichen Milchleistung im Vergleich zur kalkulierten Leistung. CNCPS ermöglicht es dem Rationsberechnungsprogramm AMTS sehr genau die möglichen Leistungen und Kosten der Ration zu bestimmen. Gleichzeitig können dadurch aber auch Schwachpunkte in der Ration oder dem Fütterungsmanagement aufgezeigt werden.
Die Programme rechnen deshalb so genau, weil zum Einen auf der Bedarfsseite die tierspezifischen Charakteristiken eingegeben werden. Tierabhängiger Energie-, Eiweiß- oder Aminosäurebedarf variiert z.B. mit der Milchleistung, dem Trächtigkeitsstadium und den möglichen Wachstumsanforderungen des Tieres. Darüber hinaus hat die Umgebungstemperatur oder der tägliche Weg zum Melkstand einen Einfluss auf den Anspruch des Tieres. Das mit Abstand wichtigste Kriterium bei der Eingabe der betriebsindividuellen Daten allerdings ist das tatsächliche Gewicht der Kühe. Und so empfiehlt Sam Fessenden durchaus eine definierte Gruppe Kühe zu wiegen, wenn es bei der Rationsberechnung genau zu gehen soll. Durch Ungenauigkeiten in der Eingabe dieser Parameter oder der Annahme von Buchwerten kann es zu Fehlern kommen, die 1-2 kg Varianz in der Genauigkeit des Ergebnisses ausmachen können.
Neben der Bedarfsseite, gilt es die Versorgungsseite zu betrachten, denn beide Ebenen zusammen, beschreiben die Wirkung des Futters im Tier und die daraus resultierende Leistung. Die Versorgungsseite besteht aus sehr komplexen Gleichungen, die möglichst genau versuchen zu berechnen, wie sich das Futter im Tier verhält. Neben der Aufnahme (K1), ist es die Verdauungs- oder Abbaurate (K2) und die Passagerate (K3), die eine zentrale Bedeutung haben.
Die Versorgungseite bildet das Modell mit einer Vielzahl von Gleichungen ab, die auf jahrelanger internationaler Forschung basieren. In den letzten 25 Jahren sind hier aus der ganzen Welt Forschungsergebnisse eingeflossen, denn das Modell ist ein aktives Forschungsprogramm der Cornell University in New York unter Leitung von Dr. Michael Van Amburgh. Die Gruppe arbeitet mit Forschern aus der ganzen Welt zusammen, darunter sind momentan Wissenschaftler aus Italien, Irland, Großbritannien, Brasilien und Kanada. Aus Skandinavien zum Beispiel wurden die Gleichungen, die die NDF-Passage Rate beschreiben eingearbeitet. Das bringt einen sehr großen Fortschritt des Modells, da alle neuen Erkenntnisse, die es weltweit gibt, nach wissenschaftlicher Bestätigung in das Programm einfließen. Diese Cornell-Gruppe veröffentlicht alle 1-2 Jahre Aktualisierungen der Gleichungen und der Futterdatenbank. Das nächste Update befindet sich gerade in der letzten Testphase, es erscheint wohl noch dieses Jahr und fließt dann umgehend in das AMTS Rationsberechnungsprogramm ein.
Die Gleichungen sind aufgrund der langjährigen sorgfältigen Forschung schon sehr genau. Sie können aber nur genau rechnen, wenn die Eingaben ebenfalls so präzise wie möglich sind. “Wer keine exakten Futter- und vor allem Grundfutteranalysen macht, der riskiert 2-6 kg Ungenauigkeit bei der Vorhersage der Milchleistung bezogen auf metabolisierbare Energie und metabolisierbares Protein.” warnt Sam Fessenden eindrücklich. „Das Programm benötigt die Verdaulichkeiten der NDF und der Stärke, um gut und sicher rechnen zu können.“
Um das zu verdeutlichen benutzt Sam Fessenden nachfolgende Grafik, die deutlich den Einfluss auf die Leistung bei umsetzbarer Energie und Protein zeigt, wenn sich die Verdaulichkeit der Komponenten um eine Standardabweichung ändert.
Der für Sam Fessenden wichtigste Wert ist die „ aNDFom“ für die Bewertung von Gras- und Maissilagen. Er findet sich an der 7. Stelle von oben auf der ersten Seite des Analysereports von ROCK RIVER LABORYTORY EUROPE. Ferner weist Fessenden auch auf die CNCPS Inputs hin, die wie der Name schon sagt, dem Programm die wichtigen Eingaben zur Berechnung liefert. Da sind es vor allem die Berechnungen der NDFD als NDF Abbaurate nach 30 Stunden, 120 Stunden und 240 Stunden. Sie drücken die Dynamik des Abbaus aus und beschreiben, wie sich das Futter in der Kuh verhält. Was nach 240 Stunden nicht verdaut ist, gilt als unverdaulich. Sam Fessenden zeigte damit deutlich auf, warum die zahlreichen Parameter, die das Dynamic CNCPS Paket in der Vollanalyse von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE liefert, Voraussetzung sind, um mit CNCPS basierten Programmen, wie dem AMTS zu rechnen. In den USA ist das den Betriebsleitern bewusst, da seit 25 Jahren CNCPS an den Schulen unterrichtet wird und nicht neu ist. Neu ist es nur für uns in Deutschland und Teilen Europas. Denn international ist das System sehr anerkannt und wird in Europa bislang nur in Italien und Spanien genutzt.
„Die optimale Häufigkeit der Probenahme hängt von den Futtermitteln und der Größe der Farm ab. Ökonomische Analysen zeigen, dass Betriebe mit 200-500 Kühen jedes Futter mindestens einmal im Monat testen sollten. Größere Betriebe sicher häufiger“ so Sam Fessenden. Abschließend machte er erneut deutlich, dass auch die regelmäßige TS-Bestimmung auf dem Betrieb unabdingbar ist und zu großen Varianzen in der Berechnungsgenauigkeit führen kann. 4-8 kg Varianz bei ungenauer TM-Aufnahme der Kuhgruppe oder ungenauen TS-Gehalten der Rationskomponenten zeigen, dass die Eingaben exakt sein müssen, um genau rechnen zu können. Die Teilnehmer der Seminare freuten sich mit AMTS.Cattle.Pro ein genaues Prognosetool an die Hand zu bekommen, welches es ermöglicht mit unterschiedlichen Rationen und Komponenten „auf dem Papier zu spielen“ bevor die Ration tatsächlich an die Kühe verfüttert wird. Es lassen sich Defizite, Unter- und Überversorgungen einzelner Nährstoffe schneller erkennen, sowie fehlerhaftes Management im Stall diagnostizieren und auch sicher dokumentieren. Das Programm zeigt den Pansen pHWert, die Harnstoffkosten, das Azidoserisiko, die Stickstoffeffizienz und vieles mehr, was die Arbeit in der Praxis erleichtert.
Den teilnehmenden Anwendern gefielen die übersichtliche Struktur und das Datenbank-Management. Preisoptimierungsfunktionen wie „Income Over Feed Cost (IOFC)“ helfen die Rationen nicht nur leistungsgerecht, sondern auch ökonomisch zu gestalten.
Alle Teilnehmer legten am eigenen PC, Betriebe und Tiergruppen an, lasen Datenbankdaten ein und die von ROCK RIVER LABORYTORY EUROPE zugesendeten Analyseatteste.
Dadurch, dass die Daten immer per XML-Datei geliefert werden, sind komplexe Analysen ohne Übertragungsfehler in wenigen Sekunden im Berechnungsprogramm integriert.
Die Datenverwaltung, das Teilen der Rationen in Gruppen, zum Beispiel innerhalb einer Futtermittelfirma oder eines Arbeitskreises ist sehr einfach möglich. Während des Workshops hatten alle Teilnehmer aus Deutschland, Polen und der Slowakei eigene Rationen in dem AMTS Programm und waren begeistert von den Möglichkeiten.
Wir danken den unterschiedlichen Berufsgruppen (Landwirte, Tierärzte, Fütterungsberater, Industrie) aus 3 Ländern für die sehr engagierte Teilnahme. Am Ende des Seminars, waren sich viele einig, dass mit der dynamischen Rationsberechnung, die in eine benutzerfreundliche Software integriert ist, in Kombination mit einer wesentlich umfangreicheren Futteranalyse eine neue Zeit in der Fütterung unserer Wiederkäuer angebrochen ist.
Wenn wir auch Ihr Interesse geweckt haben, lassen sie sich unverbindlich vormerken: Wir planen weitere Workshops zum Erlernen der dynamischen Rationsberechnung.

Mit Grüßen aus Heiddorf,

Ihr Team vom
ROCK RIVER LABORATORY EUROPE

Dr. Sam Fessenden, AMTS freut sich, dass Rock River Laboratory Europe das Grundfutter so analysiert, dass AMTS Software zum Einsatz kommen kann.

Das CNCPS mit der Bedarfs- und Versorgungsseite in der Übersicht. Quelle: Dr. Sam Fessenden, AMTS

Das Pansensubmodell beschreibt die Verdaulichkeit von Futter, welches über die Abbaurate und Passagerate ermittelt wird.

In der Futteranalyse ist die Verdaulichkeit der NDF und Stärke von zentraler Bedeutung. Grassilage unterliegt den stärksten Schwankungen in der NDFD.
Quelle: Sam Fessenden, AMTS

Die wichtigen Analyseeingaben helfen CNCPS den genauen Futterwert zu berechnen. ROCK RIVER LABORATORY EUROPE liefert genau das.

Intensives Training in der direkten Anwendung von AMTS ermöglichte einen schnellen Lernfortschritt.

Infomails 2017

AMTS.cattle – Das dynamische Ernährungsmodell CNCPS in der Anwendung
 

AMTS.cattle – Das dynamische Ernährungsmodell CNCPS in der Anwendung: Was kann es mir und meinen Kühen bringen?

 Infomail ROCK RIVER LABORATORY EUROPE 16 2017

Sam Fessenden ist bei  AMTS, dem Anbieter der dynamischen Rationsberechnungssoftware AMTS.cattle, verantwortlich für die Bereiche Training, technischen Support und Entwicklung.

Seine umfangreichen Kenntnisse bei der Eiweiß- und Kohlenhydratabbaubarkeit im Pansen und der Aminosäureversorgung der Kuh hat er sich während seiner über 10-jährigen Arbeit in der Forschungsgruppe von Mike van Amburgh der Cornell Universität in New York erworben und war maßgeblich an der Weiterentwicklung des CNCPS Modells beteiligt.

Donnerstag, den 01.01.2018
8:15 Begrüßung und Vorstellung der Referenten und Teilnehmer, Christiane Brandes

8:30 Theoretische Einführung in das CNCPS Modell, Sam Fessenden

9:30 Arbeitsweise von Rock River Laboratory Europe, Arvid Diehn

10: 00 Kaffeepause

10: 15 Aufbau und Struktur der AMTS Plattform, Sam Fessenden

10: 45 AMTS, Sam Fessenden

12:00 Gemeinsames Mittagessen im Hotel

13:00 Tiereingaben, Sam Fessenden

14:00 Futtermittelüberblick, Sam Fessenden

15:00 Kaffeepause

15:15 Rationen und Berichte, Sam Fessenden

16:15 Mischungen, Sam Fessenden

17:15 Fragerunde I

Freitag, den 02.02.2018
8:15 Erstellung einer eigenen Farm und der Tiergruppen, Sam Fessenden

9:45 Kaffeepause

10:00 Eingabe der Futteranalyse, Sam Fessenden und Arvid Diehn

10:30 Erstellung einer Ration, Sam Fessenden

12:00 Gemeinsames Mittagessen

13:00 Rationsoptimierung, Sam Fessenden

14:30 Kaffeepause

14:45 Fragerunde II

15:15 Seminarende

 

Der Workshop eignet sich für Fütterungsberater, Landwirte und alle, die mehr über die Möglichkeiten der Rationsgestaltung mit den hofeigenen Futtermitteln erfahren wollen; um auf den Betrieben nicht nur das Potential zu erkennen, sondern es auch voll ausschöpfen zu können.

Denn wir wollen nicht nur: „Wissen, was drin ist.“ – sondern auch mehr daraus machen! Dabei unterstützen wir Sie gerne und laden Sie zu dieser praxisorientierten Veranstaltung in einer kleinen Gruppe ein.

 

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Erfolg.

Ihr Team vom ROCK RIVER LABORATORY EUROPE

Die in situ Stärkeverdaulichkeit ist das genaue Verfahren zur Stärkebeurteilung. Messen statt schätzen!
 

Die in situ Stärkeverdaulichkeit ist das genaue Verfahren
zur Stärkebeurteilung. Messen statt schätzen!

Für die Bewertung der Stärke als Nährstoff ist nicht nur der Gehalt an reiner Stärke, sondern auch die Verfügbarkeit für die Kuh und ihre Mikroben von großer Bedeutung. Es lohnt also ein genauer Blick auf den Stärkeabbau und die genaue Bestimmung desselben. Mit der in situ Methode steht ein modernes und exaktes Verfahren zu Verfügung, welches nun über die NIRS Analyse in der Praxis genutzt werden kann.

Infomail ROCK RIVER LABORATORY EUROPE 16 2017

Traditionell wird die ruminale Stärkeverdaulichkeit, also die Stärke die pansenverfügbar ist, mit dem in vitro Verfahren bestimmt. In vitro steht für „im Glas“ also außerhalb eines biologischen Systems. Dieses Verfahren zur Bestimmung der Stärkeverdaulichkeit ist eine unter landwirtschaftlichen Analyselaboren weit verbreitete Methode. Allerdings haben Powell- Smith et al. (2015) und Schuling et al. (2016) in zwei unabhängigen Versuchen gezeigt, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Ergebnissen der in vitro gemessenen Stärkeverdaulichkeit und des tatsächlich in der Kuh stattfindenden Stärkeabbaus gibt. Diese Methode ist daher für den Praxiseinsatz ungeeignet.

Traditionell wird die ruminale Stärkeverdaulichkeit, also die Stärke die pansenverfügbar ist, mit dem in vitro Verfahren bestimmt. In vitro steht für „im Glas“ also außerhalb eines biologischen Systems. Dieses Verfahren zur Bestimmung der Stärkeverdaulichkeit ist eine unter landwirtschaftlichen Analyselaboren weit verbreitete Methode. Allerdings haben Powell- Smith et al. (2015) und Schuling et al. (2016) in zwei unabhängigen Versuchen gezeigt, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Ergebnissen der in vitro gemessenen Stärkeverdaulichkeit und des tatsächlich in der Kuh stattfindenden Stärkeabbaus gibt. Diese Methode ist daher für den Praxiseinsatz ungeeignet.

Das Analyselabor ROCK RIVER LABORATORY in Wisconsin hat über die enge Zusammenarbeit mit der University of Wisconsin in Madison, die Möglichkeit eine große Anzahl fistulierter Versuchskühe zu nutzen. Ein ganzer Stall steht voller Hochleistungskühe und kann zur Bestimmung der Werte genutzt werden. Diese in situ ermittelten Werte bilden die Grundlage der NIR-Kalibration, die auch von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE in Deutschland genutzt wird. Damit steht die momentan genaueste und schnellste Analysemöglichkeit für den Stärkeabbau von Maissilagen, CCM, Körnermais und TMR der Praxis zur Verfügung.
ROCK RIVER LABORATORY benutzt als einziges Labor die in situ-Methode über NIRS zur Bestimmung der Pansenstärkeverdaulichkeit.

Die ruminale in situ Stärkeverdaulichkeit ist im Analysepaket DYNAMIC CNCPS, DYNAMIC CNCPSplus für Maissilage und bei CORN GRAIN DIGESTABILITY für Feuchtmais, Lieschkolbensilage, CCM und Maisschrot erhältlich.

Stärke in der Rinderfütterung
Stärke dient als Energielieferant für die Kuh. Die Stärkeverdauung und der Abbau der Stärke finden primär im Pansen statt und versorgt die mikrobielle Proteinbiosynthese mit Energie und damit auch direkt den Metabolismus der Kuh. Im Pansen spalten Enzyme die Stärke in Glukose auf, die weiter zu kurzkettigen Säuren abgebaut werden. Durch das Pansenepithel kann Glukose aber auch Acetat, Propionat, Lactat und weitere zur Gruppe der flüchtigen Fettsäuren gehörenden Stoffe aufgenommen werden. Nicht im Pansen aufgeschlossene Stärke, sinkt auf den Pansenboden und wird dann im Dünndarm in Glukose abgebaut und absorbiert. Allerdings besteht die Gefahr, dass es durch nicht abgebaute Stärke im Dickdarm zu Fehlgärungen und Gesundheitsproblemen kommen kann.
Nicht abgebaute Stärke wird zudem ausgeschieden und stellt einen Effizienzverlust dar. Da die mikrobielle Proteinsynthese, das qualitativ hochwertigste und kostengünstigste Protein bereitstellt, und bis zu 60% des umsetzbaren Proteins hier gebildet werden kann, ist es wichtig, die Stärkeverdaulichkeit des eingesetzten Futters genau zu bestimmen, um die mikrobielle Proteinbiosynthese in der Rationsgestaltung zu optimieren. Die Stärkegehalte und Abbaubarkeiten werden von Klimabedingungen, den allgemeinen Wachstumsbedingungen, dem Aussaat- und Erntezeitpunkt, der Schnitthöhe und natürlich der Sorte beeinflusst. So gibt es Maissorten, die speziell für die hohe Verfügbarkeit der Stärke gezüchtet wurden. In diesen Sorten ist die Körnertextur der Stärke weicher, die Stärke besser aufschließbar und ermöglicht eine höhere Stärkeverdauung. Diese Leistung der Sorten kann bis zu 50% höher gegenüber konventionellen Sorten sein.
Hier sind große wirtschaftliche aber auch ökologische Reserven vorhanden und es kann dabei eine Verbesserung der Pansen- und Tiergesundheit, sinnvoll mit einer Schonung der Stickstoffbilanz verbunden werden.

Bandbreite der Untersuchungsergebnisse
Betrachtet man die Verteilung der ruminalen in situ Stärkeverdaulichkeit nach 7 Stunden (ISSD7) im Jahr 2016 für die Proben aus dem Nordosten der USA, so wird deutlich, wie stark diese Eigenschaft der Maisstärke variiert. Der Mittelwert liegt bei 79% mit einer Standardabweichung von 11,5%. Das Spektrum reicht jedoch von 35% bis 100%.
Das lokale Maxima bei ca. 70% der Stärke (Pfeil), ergibt sich durch eine überproportional hohe Probenanzahl, die vor, während und kurz nach der Ernte eingesendet wurden.
Je höher die Stärkeverdaulichkeit ist, desto mehr Stärke ist im Pansen abbaubar.

Veränderung der Stärkeverdaulichkeit über die Zeit bei Silomais
Die Verbesserung der Stärkeverdaulichkeit über die Siloreife unterliegt vielen Faktoren. Die treibende Kraft ist aber die Aufnahme von Wasser, die zu einem Rückfeuchten und Quellen der Maiskörner und Maiskornpartikel führt. Diese Oberflächenvergrößerung sorgt somit für eine leichtere Abbaubarkeit im Pansen der Kuh.
Die ruminalen in situ Stärkeverdaulichkeitsergebnisse von Maissilagen aus dem Zeitraum April 2015 bis Januar 2017 zeigen, wie sich die in situ Stärkeverdaulichkeit über den Jahresverlauf entwickelt. Die beiden „Einbrüche“ in der Verdaulichkeitskurve, zeigen die Erntezeitpunkte Oktober 2015 und Oktober 2016. Der Mittelwert (blaue Linie) zeigt einen deutlichen Anstieg in den drei Monaten nach der Ernte. Frisch silierter Mais, verfügt über eine schlechtere Stärkeverdaulichkeit und während des Silierprozesses erhöht sich diese im Schnitt um etwa 15 %-Punkte. In der Übersicht ist aber nicht nur der Mittelwert der untersuchten Proben abgebildet, sondern jede Analyse ist als Punkt dargestellt. Diese Punkte zeigen sehr deutlich, dass der mittlere Wert nicht für die einzelne Probe gilt. Bei den Einzelwerten ist eine Spanne von annähernd 50 %-Punkten zu beobachten.
Für Feuchtmais und CCM (rote Linie) ist ein ähnlicher Trend zu erkennen, allerdings zeitlich um ca. einen Monat verschoben, da die Ernte für dieses Futtermittel später und bei fortgeschrittener Reife der Maispflanze einsetzt.

Datenaufarbeitung und Zielwerte
Die Analyseergebnisse der jeweiligen eingesandten Futtermittel, werden als absoluter Wert für die Verdauung nach 7 Stunden angegeben. Dieser Wert wird direkt in CNCPS basierten Rationsberechnungsprogrammen verwendet. Es gelten die in der Tabelle dargestellten Zielwerte.

In der neuen DYNAMIC CNCPSplus Analyse wird die in situ Stärkeverdaulichkeit nach 0 Stunden, 3 Stunden, 7 Stunden und 16 Stunden ermittelt und zusätzlich grafisch dargestellt. Damit lässt sich der Abbau anhand einer Abbaukurve über die Zeit sehr leicht erkennen. Zielwerte (blau) und Minimumwerte (rot) erleichtern die Orientierung und Auswertung (siehe Abbildung Verlauf des Stärkeabbaus).
ROCK RIVER LABORATORY bietet zurzeit mit der in situ Methode über das NIRS, als einziges Labor diesen wissenschaftlich belegten und sehr praxisnahen Wert zur Stärkeverdaulichkeit an. Er ist in jedem NIRS-Analysepaket für Maisprodukte ohne Aufpreis enthalten.

Denn wir wollen „Wissen was drin ist“ – Sie auch?

Ihr Team vom ROCK RIVER LABORATORY EUROPE

 

 

 

Welchen Wert das Futter tatsächlich hat, „wissen“ die bis zu 200 verschiedenen Mikroorganismen im Pansen der Kuh. Sie stellen die mit Abstand genaueste Futteruntersuchung dar und liefern die Informationen für die Kalibration unserer NIRS Methode.

Verlauf des Stärkeabbaus nach in situ Bestimmung im Analysereport Dynamic CNCPSplus

Die Verteilung der in situ Stärkeverdaulichkeitswerte nach 7 Stunden für Maissilagen im Jahr 2016 bei ROCK RIVER LABORATORY

Große Streuung der gemessenen in situ Stärkeverdaulichkeit nach 7 Stunden (ISSD7) über die Jahre, von April 2015 bis Januar 2017 für Maissilagen (blau) und Corn Cob Mix/CCM) (rot). Die orange Linie bildet den Mittelwert ab.

Zielwerte, Durchschnitte und Minima der ruminalen in situ Stärkeverdaulichkeit für verschiedene Futterklassen. (Eigene Zusammenstellung von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE)

Die Schüttelbox ermittelt die Wirkung von Faser
 

 

Die Schüttelbox ermittelt die Wirkung von Faser

Infomail ROCK RIVER LABORATORY EUROPE 14 2017

Die Schüttelbox darf auf keinem Betrieb fehlen. Sie ist ein einfaches, aber wirksames Instrument, um die Partikellängen des Futters zu ermitteln. Die schon 1996 an der Pennsylvania State University entwickelte Schüttelbox,- der sogenannte Penn State Particle Separator – besteht aus einer Bodenschale mit zwei darüber liegenden Sieben mit verschiedenen Lochgrößen von 19 mm und 8 mm im Sieb. Mit der Ermittlung der Verteilung der verschiedenen Partikellängen im Sieb, sind Rückschlüsse auf den Strukturgehalt, also die Wirkung der Faser in der Ration möglich. Die Box kann außerdem zur Überprüfung der Mischgenauigkeit von TMR-Rationen verwenden werden. Seit 20 Jahren gibt es diese Box bereits in Deutschland.

Die Handhabung der Schüttelbox ist denkbar einfach.
Neben der Box werden nur eine Waage und ein Taschenrechner benötigt. Es wird eine repräsentative Futterprobe von ca. 1,5 Liter Volumen oder 200 Gramm bis maximal 300 Gramm auf das oberste Grobsieb gegeben. Dabei ist darauf zu achten, dass das Futter nicht verklumpt ist. Auf einer glatten, ebenen Fläche wir das Futter geschüttelt, bzw. in waagerechter Bewegung heftig hin und her bewegt.
Die Schüttelbox wird ohne Unterbrechung 5 mal vor und zurück geschüttelt und dann um 90 Grad gedreht und erneut 5 mal geschüttelt. Diese Prozedur wird insgesamt 8-mal durchgeführt, also zwei ganze Umdrehungen der Box. Die einzelnen Siebe ergeben die drei Siebfraktionen, die getrennt gewogen werden. Sie ergeben rechnerisch den Anteil an der Gesamteinwaage und damit die prozentuale Verteilung. Es wird empfohlen 2-3 Proben mittels der Schüttelbox zu bestimmen, um die Genauigkeit des Ergebnisses zu erhöhen.

Empfohlene Partikelgrößen für verschiedene Grundfuttermittel und TMR nach Penn State Extension, 2013 (Bei den Prozentangaben handelt es sich um die auf den einzelnen Sieben verbleibenden Futtermengen.)

Die Schüttelbox kann vielfältig eingesetzt werden:
In der Ernte des Grundfutters hilft sie die Häcksellänge des Grundfutters genauer zu bestimmen. Steigt der Anteil der Partikel die im unteren Siebkasten zu finden sind, dann sind die Partikel zu kurz gehäckselt. Damit wird die physikalische Effektivität der Faser vermindert und das Azidoserisiko steigt. Es ist die physikalisch effektive NDF, die zur Bildung der Fasermatte und zum Wiederkäuen beiträgt.
Bleibt dagegen zu viel Futter auf dem oberen Sieb liegen, ist das Häckselgut zu lang. Es lässt sich nicht nur schwerer im Silo verdichten, sondern führt, wenn es nicht durch den Mischvorgang weiter zerkleinert wird, zum Sortieren der Kühe am Futtertisch. Auch dadurch kann es sein, dass Kühe zu wenig Faser aufnehmen und in eine Pansenazidose geraten.

Die Schüttelbox lässt sich auch zur Bestimmung der Mischgenauigkeit der verfütterten TMR einsetzen. Im Idealfall nimmt die Kuh mit jedem Bissen TMR das gleiche Futter mit den gleichen Nährstoffen auf. Die ideale Häcksellänge führt in Verbindung mit der richtigen Mischreihenfolge und Mischdauer zu einer optimalen TMR. Doch ist die Original-TMR identisch mit der TMR, die sich nach einigen Stunden noch auf dem Futtertisch befindet oder gelang es den Kühen zu selektieren? Es lohnt sich dieses regelmäßig mit der Schüttelbox zu überprüfen.

Die Schüttelbox ist in den USA bei der Firma Nasco (www.enasco.com) über den Versandhandel erhältlich und kann als 3 oder 4-teilige Schüttelbox bestellt werden.

Firma Gorr (www.Gorr.de) hat die Box in der Rubrik „Verschiedenes“ gelistet und stellt die Boxen bereits seit 20 Jahren her. Sie ist sehr robust und wird stark in Deutschland eingesetzt.

Wofür Sie sich auch entscheiden, es lohnt sich auf jeden Fall, das Futter direkt im Stall physisch zu bewerten und ein weiteres Kontrollelement im Managementbereich zu etablieren. Der Einsatz der Schüttelbox kann hervorragend die umfangreichen Analyseergebnisse von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE begleiten und ergänzen.

Ihre Christiane Brandes
Geschäftsführung
ROCK RIVER LABORATORY EUROPE

 

 

 

Ohne Faser keine gesund wiederkäuende Kuh. 9-10 Stunden am Tag kaut die Kuh wieder.

Eine Ration für hochleistende Kühe wurde ausgesiebt. Nach wenigen Minuten ergibt sich ein Ergebnis. Im Bild die Box der Firma Gorr aus Hessen.

Ergibt das Restfutter den gleichen Wert in der Schüttelbox wie das frisch vorgelegte Futter?

CNCPS – Das dynamische Pansenmodell
 

Neues aus den USA: Informationen rund um die Hochleistungskuh

CNCPS – Das dynamische Pansenmodell

Infomail ROCK RIVER LABORATORY EUROPE 12 2017

Unter diesem Motto fanden Anfang September Seminare mit Dr. Sam Fessenden (AMTS – Agricultural Modeling and Training Systems) aus den USA in Verden/Niedersachsen und Großaitingen/Bayern statt. ROCK RIVER LABORATORY EUROPE hatte zur Vertiefung des Wissens zur dynamischen und leistungsgerechteren Rationsgestaltung für Hochleistungskühe eingeladen. In 4 spannenden Vortragseinheiten brachte der amerikanische Fütterungsexperte den über 70 Teilnehmern die Inhalte anhand praktischer Beispiele und Erfahrungsberichten nahe.
Einige Highlights des Tages sind nachfolgend kurz für Sie zusammengefasst.

Die NDF-Verdaulichkeit lässt sich nicht durch den Lignin-Gehalt bestimmen
Mehrfach wissenschaftlich belegt: Es gibt keinen belastbaren Zusammenhang zwischen dem Ligningehalt und der NDF-Verdaulichkeit in Grundfuttermitteln.
Die häufig verwendete Faustformel „Ligningehalt x Faktor 2,4 = Anteil der unverdaulichen NDF“ sollte man nicht mehr verwenden, denn es gibt genauere Möglichkeiten, um die NDF-Verdaulichkeit zu ermitteln. Die Bestimmung der NDF-Verdaulichkeit zum Zeitpunkt 240 Stunden (uNDF240) ist nach jetzigem Stand der Forschung die genaueste Methode, um die uNDF abzuschätzen. Nach der Formel „uNDF = NDF abzüglich NDFD240“ bestimmt man den unverdaulichen Anteil der NDF.
In der Tabelle ist zu erkennen, dass bei gleichem Ligningehalt und gleichem NDF-Gehalt die NDF-Verdaulichkeit bei 30 Stunden stark variiert und damit auch die Kinetik, also die Geschwindigkeit des NDF Abbaus (NDF kd) maßgeblich bestimmt. Betrachtet man die klassischen Parameter NDF und Lignin (in den beiden linken Spalten dargestellt), dann kann es passieren, dass die Grundfutter bezüglich ihrer Verdaulichkeit falsch eingeschätzt werden. Durch die Erweiterung um dynamische Parameter lässt sich ermitteln, wie gut oder schlecht der Abbau der NDF des jeweiligen Futtermittels ist.

Steigern höhere Eiweißgaben in der Ration das Milchbildungsvermögen der Kühe?
Die Antwort ist ganz klar: NEIN! Die Pansenmikroben einerseits und der Organismus der Kuh andererseits müssen mit allen essentiellen Nährstoffen optimal versorgt werden, um eine hohe Leistung zu ermöglichen. Verändert man nur einen Faktor, ohne die anderen Komponenten anzupassen, kann es sein, dass die teuren Zukaufsfuttermittel von der Kuh nicht verwertet, sondern energiezehrend ausgeschieden werden. „Die Kuh hat keinen Bedarf an Rohprotein, jedoch einen Bedarf an Aminosäuren!“ so Dr. Fessenden. Daher rückt anstelle der Beachtung des Rohproteins die Betrachtung der Aminosäuren als Ganzes und hier besonders die limitierenden Aminosäuren, wie Methionin, Lysin und Histidin in den Fokus eines modernen Fütterungsmanagements.
Das neue Analysepaket „Dynamic CNCPS plus“ von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE erweitert die bisher angebotene Analyse um die essentiellen Aminosäuren, sowie um eine Reihe wichtiger Fettsäuren.
Die Abbildung zeigt den Zusammenhang zwischen dem Rohproteingehalt der Ration und der resultierenden Milchleistung. Man erkennt nur einen schwachen Zusammenhang zwischen den beiden Kenngrößen und eine große Streuung der Werte. Die Schlussfolgerung ist, dass ein höherer Rohproteinanteil allein nicht die Milchleistung steigern kann. Vielmehr kommt es auf die Zusammensetzung des Rohproteins und die angebotenen Aminosäuren in den Futtermitteln an. In einem Praxisbeispiel demonstrierte Dr. Fessenden, dass hohe Milchleistungen (über 40 l Herdenschnitt) auch mit Rationen erreicht werden können, die Eiweißgehalte auf 15,5 % Rohprotein absenkten. Höhere Eiweißgaben belasten die Umwelt und verringern die Wirtschaftlichkeit. Eine Bestimmung der Qualität der Proteine und die optimierte Zusammensetzung der Aminosäuren, wie sie in der Schweinefütterung lange üblich ist, beginnt in Deutschland für die Wiederkäuerernährung gerade erst. Durch eine Analyse der verfütterten Futtermitteln mittels „DYNAMIC CNCPS plus“ und eine Integration in dynamische Rationsberechnungssoftware wie AMTS oder NDS lässt sich weiteres Potential erschließen.

Was sind die wichtigsten Einflussfaktoren, die die Milchleistung bestimmen?
In einer Metaanalyse hat Higgs et al. (2015) zahlreiche Studien der letzten Jahre verglichen und gezeigt, dass die NDF, sowie deren Verdaulichkeit und die Stärkeverdaulichkeit den größten Einfluss auf die theoretische Milchleistung (bezogen auf die umsetzbare Energie, ME) haben. Deutlich kleiner ist der Einfluss des Asche- und des Ligningehaltes.
Diese umfassende Studie verdeutlicht wieder einmal, wie wichtig die Bestimmung der Verdaulichkeitsparameter im Grundfutter zur Gestaltung der optimalen Ration ist.
Abgeleitet von zahlreichen Wissenschaftlichen Studien und jahrelanger praktischer Erfahrung in der Fütterung hat Dr. Fessenden seine persönliche Hitliste der wichtigsten Kenngrößen für die einzelnen Grundfutter entworfen.
An oberster Stelle steht sowohl für die Gras- als auch die Maissilage der um den Aschegehalt bereinigte NDFGehalt der Silagen (aNDFom). Bei Maissilage ist der Stärkegehalt die zweitwichtigste Größe, gefolgt von der NDF-Verdaulichkeit und der Stärkeverdaulichkeit. Bei Grassilagen steht die NDF-Verdaulichkeit an zweiter Stelle, und dann kommt der Rohproteinanteil.
Alle Parameter, die Dr. Fessenden auflistet, sind Bestandteil der Analysereporte für Silagen von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE. So hat nun jeder Landwirt und Berater einfachen und schnellen Zugang zu den wichtigsten Eckdaten seiner selbsterzeugten Silagen.

Im Anschluss an das spannende und intensive Programm konnten die Teilnehmer auf Praxisbetrieben sehen, was es bei der Beprobung eines Silostockes zu beachten gilt. Denn nur eine regelmäßige, repräsentative Probe erlaubt eine exakte Beschreibung des Grundfutters und eine darauf basierende Optimierung der Ration.

Auf diesem Wege möchten wir uns nochmal für die rege Teilnahme, sowie die disziplinierte und intensive Diskussion bedanken und hoffen hiermit das Interesse auch bei denen geweckt zu haben, die leider nicht dabei sein konnten.

Weiterhin viel Erfolg im Stall wünscht Ihnen
Ihr Team vom ROCK RIVER LABORATORY EUROPE

Über 7 Stunden lang ging es in diesem Seminar um die komplexen Wirkungen von Futter im Pansen der Kuh.

Klassische und dynamische Parameter zur Bewertung der Faserverdaulichkeit
Quelle: Van Amburgh (2005)

Die Grafik zeigt den Zusammenhang zwischen angebotenem Eiweiß in der Ration und resultierender Milchleistung.
Quelle: Ipharraguerre und Clark, 2005.

Tabelle zeigt die Veränderung der umsetzbaren Energie (in ME) bei der Erhöhung des Parameters um eine Einheit (CB1 = Stärkeverdaulichkeit; CB3 = NDF Verdaulichkeit).
Quelle: Higgs et al., 2015

Hitliste der wichtigsten Parameter zur Beurteilung von Grundfutter laut Dr. Sam Fessenden (AMTS)

Nils Landwehr, Christiane Brandes, Dr. Sam Fessenden (AMTS) und Arvid Diehn (v. l. n. r.)
vor dem beprobten Maissilo der Deelsen Holstein KG (Kirchlinteln)

Maishäckseln für den Pansen der Kuh - KPS (Kernel Processing Score)
 

Maishäckseln für den Pansen der Kuh – KPS (Kernel Processing Score)

Das Tool um objektiv und messbar die Häckselqualität beim Silomais zu überprüfen.

pdf InfomailInfomail ROCK RIVER LABORATORY EUROPE 10 2017

Beim Häckseln von Mais geht es Milchviehhaltern vor allem darum, dass das geborgene Futter später gut in der Kuh verwertet werden kann. Unzählige Faktoren entscheiden darüber, wie gut oder schlecht dieses geschehen kann. Aber dem Zeitpunkt und der Art der Ernte kommt eine besondere Bedeutung zu. Nicht erst seit der relativ jungen Diskussion um Häckselverfahren wie „Shredlage“ werden die Häckselgutlänge und der Vermahlungsgrad der stärkehaltigen Maiskörner diskutiert. Mit modernen Messverfahren zeigen sich hier enorme Reserven. Der Kernel Processing Score (KPS) wurde entwickelt, um standarisiert zu ermitteln, wie gut die Maiskörner im Häckselprozess zerkleinert wurden. Er definiert die Partikelgröße der Stärkekörner und erlaubt damit eine Prognose der Verdaulichkeit von Stärke im Pansen und im Verdauungstrakt

Häckselqualität ist messbar.
In der Praxis hat sich bislang als gängige Methode zur Überprüfung der Häcksellängenanteile die Schüttelbox (www.Gorr.de) bewährt. Hier können bei unterschiedlichen Einstellungen der Schnittlängen am Feldhäcksler die jeweiligen Siebfraktionen nachgewogen werden. Relativ einfach gehalten sind die drei Fraktionen mit zwei Lochsiebgrößen von 20 mm für Überlängen und 9 mm für die jeweiligen Schnittlängenbereiche. Damit verbleibt in der Unterschale alles unter 9 mm Schnittlänge zusammen mit dem Feinanteil. Zielvorgabe ist je nach eingestellter Schnittlänge ein Anteil von mind. 45% in der unteren Schale bzw. mind. 45% im mittleren Lochsieb. Wird die Schnittlänge reduziert, erhöht sich somit der Feinanteil deutlich in der unteren Schale.

Noch besser messen mit KPS
Neben der Häcksellänge interessiert den Milchviehhalter vor allem wo die Stärke, der eigentliche Energieträger liegt und wie gut er der Kuh zur Verfügung steht. Wie gut sind die Körner „ angeschlagen“, so dass sie von den Pansenmikroben gut aufgeschlossen werden können. Mit dem Kernel Processing Score (KPS) steht ein aussagekräftigeres Instrument zur Verfügung. KPS ist ein zweitägiges Laborverfahren, bei dem die Maissilage getrocknet wird und die Stärkeanteile auf verschiedenen Sieben ermittelt wird. Das Verfahren stammt aus den USA und wurde von Dr. Mertens am Ag. Forage Research Center in Madison, Wisconsin entwickelt. Die getrocknete Maissilage wird über einen Zeitraum von 10 Minuten mit 278 oszillierenden Bewegungen/Minute und 150 Schlägen pro Minute durch Siebe mit definierten Maschenweiten geschüttelt. Die Bestandteile auf den einzelnen Siebböden werden auf Stärke- und NDF-Gehalt getestet und geben sehr genau Auskunft darüber, was der Kuh, beziehungsweise ihren Mikroben im Pansen tatsächlich wann, also im Pansen oder Darm, oder wie – schnell oder langsam – zur Verfügung steht. Es liegen also nicht nur Informationen über die physikalische Struktur, sondern kombiniert auch über die Inhaltsstoffe vor. Damit wird die Verfügbarkeit der Stärke bestimmt. Ein wichtiges Instrument bei der Bewertung von Mais in der Fütterung.

Was ist das Ziel?
Das Siliergut, welches das 4,75 mm Sieb passiert, gibt den Anteil der Stärke an, den die Kuh verdauen kann und die nötige Energie zur Milchbildung liefert. Werte von über 70% sind anzustreben. Diese Ziele finden sich auch neben den Analyseergebnissen auf Seite 2 des Analysereports von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE.

KPS Werte von über 70% deuten auf gut eingestellte Erntemaschinen. Damit sind die Maiskörner gut angeschlagen und die Stärke aus dem Endosperm des Maiskorns für den mikrobiellen Aufschluss gut zugänglich. Die Maiskörner machen 50% des Silageertrages aus und sind als harte Saat und recht wasserabweisende Schale gezüchtet worden. Keim und Stärke liegen im Korn geschützt vor. Durch das mechanische Zermahlen wird die Oberfläche vergrößert und ermöglichen Enzymen und Bakterien einen effizienteren Abbau. Dieser beschleunigte Abbau setzt Energie im Pansen frei und befeuert die Pansenproteinbiosynthese. Je feiner der Mahlgrad der Stärke, desto schneller und besser ist der Umsatz im Pansen und führt zu Leistungssteigerungen. Eine Veränderungen im KPS von adäquat auf exzellent, entspricht einer 6% höheren Stärkeverdaulichkeit, was wiederum bis zu einem Liter mehr Milch pro Kuh und Tag bedeuten kann.

Mit dem KPS wird die Verteilung der Stärke auf den jeweiligen Sieben abgebildet und gibt einen guten Einblick in die Prozessqualität. Es wird die Verteilung der NDF beschrieben, woraus sich physikalisch effektive NDF (peNDF) ergibt. Die peNDF beschreibt die Faserbestandteile die größer als 1,18 mm sind und die Wiederkauaktivität und damit Pansengesundheit fördern.

Brauchen wir Shredlage?
Daten von ROCK RIVER LABORATORY aus den USA zeigen, ähnlich der Gaußschen Glockenkurve, die Verteilung der KPS Werte. Deutlich zu erkennen sind die hohen Werte bei den als „Shredlage“ gekennzeichneten Silagen. Wobei sich aber auch sehr gute konventionell geerntete Silagen erkennen lassen und eine große Streuung und Überschneidung der beiden Verfahren zu erkennen ist. Wichtig bei der Interpretation der Daten ist aber, dass es sich um keine Versuchsanstellung „Shredlage“ gegenüber „ Konventioneller Erntetechnik“ andelt, sondern um zufällige Betrachtungen. Der Effekt kann auch durch neuere Häckseltechnik, im Vergleich zu älterer Häckseltechnik ohne adäquate Walzen entstehen. Ob Shredlage oder nicht: Die wichtigsten Elemente sind die Prozessintegrität beim Häckseln also die richtige Messeranzahl, Walzengüte, Drehzahl und Walzenabstand beim Erntegutfluss des Häckselns.

Wie geht’s?
Schon beim Anhäckseln eine repräsentative Probeziehen und ca. 300g Häckselgut ins Labor schicken. Ca. 36 Stunden nach Probeneingang liegen die jeweiligen Probenergebnisse per Mail vor und erlauben eine Anpassung der Einstellungen des Häckslers. Mehr Messer im Feldhäcksler und vor allem engere eingestellte Crackerwalzen haben einen großen Einfluss auf das Ergebnis.
Wichtig ist zu wissen, dass bei Frischmasse der KPS ungefähr 10 Prozentpunkte unter fermentierten Silagen liegt.
Die Prozessierung des Korns macht einen großen Unterschied. Dachte man früher, dass das reine Anschlagen des Maiskorns genügt, also wenn zum Beispiel zwei Hälften entstehen, so weiß man heute, dass das nicht ausreicht. Früher wurde angenommen das der Stärkeaufschluss im Silo mit der Fermentation ausreicht, aber die Forschung zeigt, dass vor allem das mechanische Bearbeiten des Korns mit gegenläufigen Walzen im Abstand von 1 bis maximal 3 mm hilft die Stärkeverdaulichkeit und das Milchbildungspotential zu begünstigen.
Stärkezukauf ist teuer und daher gilt die selbst angebaute Stärke möglichst optimal zu bergen. Getreu dem Motto: „ Wissen, was drin ist“. Auch im laufenden Häckselprozess kann mit KPS die Erntequalität objektiv überwacht werden. Bei mehrtätigen Erntekampagnen ist das ein gutes Investment,
denn wenn das Futter gehäckselt im Silostock ist und der Prozessgrad ungünstig, bleibt die Stärke der Kuh verschlossen.
KPS ist auch ein gutes Instrument, um mit Unternehmen, die im Lohn das Häckseln übernehmen, nicht nur die Flächenleistung, sondern die Art und Weise des Häckselns zu manifestieren. Denn der bessere Stärkeaufschluss verursacht durch engere Walzen höhere Kraftstoffkosten und senkt auch die Flächenleistung. Das gilt es zu kompensieren. Aber die dadurch gewonnene besser verfügbare Stärke vom eigenen Feld sollte es wert sein.
KPS wird als Erweiterung zu dem bekannten DYNAMIC CNCPS Analysepaket angeboten. Das heißt es gibt zusätzlichzu den umfangreichen  Analyseparametern nach CNCPS für die Rationsberechnung die KPS Werte in Ergänzung auf den Analyseberichten von ROCK RIVER LABORYTORY
EUROPE.

Nutzen Sie KPS und machen mehr aus Ihrem Mais

Viel Erfolg bei der Ernte.

Ihr Team von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE
Dipl- Ing. agr. Christiane Brandes
Dipl.-Biochem. Arvid Diehn
M.Sc. agr. Nils Landwehr
ROCK RIVER LABORATORY EUROPE

Schüttelbox zur Bestimmung der Siebfraktionen beim Häckseln (Bild: Claas)

Die „mechanische“ Schüttelbox zur Ermittlung des KPS

Quelle: Randy Shaver, 2013

Daten von ROCK RIVER LABORATORY INC seit 2012 zeigen die KPS Werte von Shredlage (blau) und normaler Maissilage

Neues aus den USA: Informationen rund um die Hochleistungskuh CNCPS – Das dynamische Pansenmodell
 

Neues aus den USA: Informationen rund um die Hochleistungskuh

CNCPS – Das dynamische Pansenmodell. Was bringt es mir und meinen Kühen? Physiologische und ökonomische Betrachtungen von Dr. Samuel Fessenden aus den USA für AMTS.cattle

Dr. Sam Fessenden arbeitet seit letztem Jahr für AMTS, eines der führenden dynamischen Rationsberechnungsprogramme weltweit. Seine Promotion hat er in der Laborgruppe von Prof. Mike Van Amburgh erhalten. Er hat über 10 Jahre lang aktiv in der Weiterentwicklung von CNCPS an der Cornell Universität in New York gearbeitet. Schwerpunkt hier war die Eiweiß- und Kohlenhydratabbaubarkeit und Fermentation im Pansen. Für die Promotion hat er sich mit der Aminosäureversorgung der laktierenden Kuh beschäftigt. Neben der Arbeit bei AMTS ist er als freier Berater tätig.

pdf Seminarprogramm

8.30 Öffnung des Tagungsraumes

9.15 Begrüßung und Einleitung
Dipl.-Ing. agr. Christiane Brandes, ROCK RIVER LABORATORY EUROPE

9.30 Was ist CNCPS? Das Modell und die Kuh. Welchen Fortschritt bringt uns das? Eine kurze Einleitung in das Modell.
Dr. Sam Fessenden, AMTS

10.15 Wissen was drin ist: Moderne Futteranalyse als Basis für CNCPS,
Diplom Biochemiker Arvid Diehn, ROCK RIVER LABORATORY EUROPE

11.00 Ein Fokus aufs Grundfutter: Wie können wir mehr aus dem Futter heraus holen?
Dr. Sam Fessenden, AMTS

12.00 Mittagessen

12.45 Fahrt zum Betrieb (mit eigenen PKW) zur praktischen Unterweisung: Wie ziehe ich eine Futterprobe exakt? Wie arbeite ich mit der Schüttelbox?
Msc. agr. Nils Landwehr, ROCK RIVER LABORATORY EUROPE

14.00 Fütterung der Hochleistungskuh: Eiweiß Versorgung “Wie niedrig können wir gehen ohne der Kuh zu schaden, aber dennoch Geld zu sparen?”
Dr. Sam Fessenden, AMTS

15.00 Optimierung der Rationen mit AMTS cattle pro. Einige Beispiele aus der Praxis und weitere Fragen
Dr. Sam Fessenden, AMTS

16.00 Ende der Veranstaltung

Die englischen Beiträge werden übersetzt. Wir bitten um verbindliche Anmeldung, um besser planen zu können.
Per Mail: info@RockRiverLab.eu oder per Telefon: 038758 35657
Für einen Tag mit neusten Informationen berechnen wir Ihnen eine Umlage von 119,- Euro zzgl. MwSt. Tagungsunterlagen und Verpflegung sind inklusive.

Veranstaltungen:
NORD: am Montag 11.9.2017 in Niedersachsen,
Lindhooper Str. 97, 27283 Verden (Aller)
SÜD: am Dienstag, 12.9.2017 in Bayern,
Lindauer Str. 7, 86845 Großaitingen

 

Milchfett im Fokus – der RUFAL Wert
 

Milchfett im Fokus – der RUFAL Wert

Wer Geduld hat, der kann es erleben: Aus Gras wird Milch!

pdf Infomail von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE 7-2017

Und nicht nur das: Milch besteht unter anderem aus Fett. Die Kuh ist ein phänomenales Lebewesen mit ihrem Verbund aus Pansenmikroben und der Dünndarmverdauung: Aus Zellwandbestandteilen und Wasser wird das hochwertigste natürliche Lebensmittel, nämlich Milch.

Allerdings ist die Milchsynthese sensibel und wird von vielen Faktoren beeinflusst. Insbesondere ist eine Beeinflussung der Milchfettsynthese leicht durch physiologische und umweltbedingte Faktoren gegeben. Aufgenommene Futterfette können die Milchfettproduktion günstig oder ungünstig beeinflussen. Um dies beschreiben zu können, wurde der RUFAL-Wert entwickelt. RUFAL steht für „Rumen unsaturated fatty acid load“ und beschreibt die Menge der ungesättigten Fettsäuren aus dem aufgenommen Futter mit ihrem Potential die ruminale Fermentation zu beeinflussen und eine Milchfettdepressionen auszulösen. Mit dem RUFAL-Wert, werden also die im Pansen anflutenden ungesättigten Fettsäuren quantifiziert.
ROCK RIVER LABORYTORY EUROPE liefert als einziges Labor in Europa diesen Wert für Ihr Futter mit der Futteranalyse.

Milchfett – eine gesunde Mischung
Um zu verstehen, wo das Fett in der Milch her kommt und wie es sich beeinflussen lässt, muss die Fettsäurezusammensetzung betrachtet werden. Etwa 70 % der Fettsäuren in der Milch sind einfach oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Zwischen 30 % und 45 % der Fettsäuren sind C18 Fettsäuren, das heißt sie bestehen aus 18 Kohlenstoffatomen. Diese grobe Einteilung gibt den entscheidenden Hinweis über die Herkunft der Milchfettkomponenten. Bis zur Länge von 16 Kohlenstoffatomen kann die Kuh Fettsäuren selbst synthetisieren. Die C18 Fettsäuren stammen also nicht aus dem Stoffwechsel (Anabolismus) der Kuh, sondern haben ihren Ursprung direkt in den Futtermitteln. Gleiches gilt auch für die mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Diese werden über das Futter aufgenommen und müssten dann direkt in die Milchdrüsen transportiert werden. Auf diesem Weg muss allerdings der Pansen passiert werden.
Die Pansen-Mikroorganismen bauen einen Großteil der aufgenommenen ungesättigten Fettsäuren aus der Nahrung zu gesättigten Fettsäuren um. Dieser Prozess ist für die Pansenmikroben energieaufwändig. Diese sogenannte „Biohydrierung“ ist von zahlreichen Faktoren abhängig wie zum Beispiel der Passagerate, dem Pansen pH-Wert und der Zusammensetzung der Mikroorganismen. Der Umsatz der ungesättigten Fettsäuren im Pansen ist niemals 100 %. Erreichen die Fettsäuren den Dünndarm werden diese absorbiert und stehen für die Stoffwechselvorgänge der Kuh zur Verfügung.
Unterschiedlichste Mengen und Mischungen an ungesättigten Fettsäuren können den Milchfettanteil bilden. Sogar der gesamte Milchfettgehalt kann durch die Fettsäuremuster bestimmt werden. Hierbei spielt die C18:1 trans Fettsäure (Vaccensäure) und deren Vorstufen die konjugierten Linolensäuren (CLA; trans-10 cis 12 CLA und cis-9 trans 11 CLA) eine entscheidende Rolle. Diese drei Fettsäuren kommen im Futter nur in Spuren vor, können aber durch unvollständige Hydrierung im Pansen der Kuh aus Linolsäure C18:2 und Linolensäure C18:3 entstehen. Bereits geringe Mengen an trans-10 cis 12 CLA haben einen negativen Einfluss auf den Fettsäurestoffwechsel und können den Milchfettgehalt absinken lassen (siehe Abbildung).

Im Darm sollten daher nicht mehr als 70 g/Tag an Vaccensäure absorbiert werden. Ab 100 g/Tag wird die Produktion von Milchfett und Milchprotein negativ beeinflusst. Ab 120 g/Tag gibt es einen starken Rückgang im Milchfettgehalt.
Für die Fütterung bedeutet das, dass die Aufnahme von Pansen-ungeschützten ungesättigten Fettsäuren auf 600-650 g/Tag oder 3% der Trockenmassenaufnahme beschränkt sein sollte. Andererseits muss die Kuh mit einer ausreichenden Menge an essentieller Linol- und Linolensäure versorgt werden. Diese Fettsäuren beeinflussen direkt die Fruchtbarkeit der Milchkuh. Der Einsatz von pansengeschützten Produkten in der Fütterung ermöglicht, die Kuh einerseits optimal mit diesen Nährstoffen zu versorgen und andererseits die Bildung von Transfetten zu minimieren.

RUFAL-Wert
Genauere Informationen zum Gehalt an ungesättigten Fettsäuren in den Futtermitteln zeigt der RUFAL-Wert (Rumen unsaturated fatty acid load). Dieser Wert ist als Summe der ungesättigten Fettsäuren definiert, die in den Pansen gelangen. Wissenschaftliche Untersuchungen von der Michigan State Universität in den USA zeigen aufgrund großer Datenmengen, das der RUFAL einen signifikanten Einfluss auf den Milchfettgehalt der Kuh hat, unabhängig vom Laktationsstadium (Lock et al. 2009). Mit steigendem RUFAL sinkt der Milchfettgehalt, ohne dass ein bestimmter Schwellwert ermittelt werden konnte.
Prof. Dr. Tom Jenkins von der Universität in Wisconsin hat zudem herausgefunden, dass sich die Fettsäurezusammensetzung im Jahresverlauf in den Futtergräsern erheblich verändert. So enthält der 1. Schnitt durchschnittlich mehr Fett und einen höheren RUFAL-Wert, als der 2. und folgende 3. Schnitt. Werden in der Ration zwei Grundfutter mit einem hohen RUFAL-Wert verfüttert, kann es leicht zu hohen RUFAL-Werten und einer messbaren Milchfettdepression kommen.
Die Fettwerte in den Futtermitteln sind also weder durch „Buchwerte“, noch durch einmalige Untersuchung der Futtermittel genau zu beschreiben, da sie nicht statisch sind. Wie groß die Schwankungsbreiten im Gehalt an ungesättigten Fettsäuren sein können, zeigen zahlreiche Studien. Dr. John Goeser, der Leiter der Innovations- und Forschungsabteilung von ROCK RIVER LABORATORY hat dazu beim diesjährigen Treffen der American Dairy Sience Association ein aktuelle Studie veröffentlicht, bei der in Maissilagen Schwankung von 0,3 % RUFAL/TM bis zu 2,15% RUFAL/TM gemessen wurden.
Für die Kuh bedeutet das bei einem Einsatz von 8 kg TM Maissilage in einer Ration, einen Unterschied von 150 g RUFAL im Pansen mit eventuell negativen Einflüssen auf die Milchfettbildung. Mit einer Analyse der hofeigenen Futtermittel und einer Berechnung in einem Fütterungsprogramm kann die Belastung der Kuh mit ungesättigten Fettsäuren im Pansen erkannt und Milchfettdepressionen vorgebeugt werden.

Im Analysereport Dynamic CNCPS plus von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE werden nicht nur die einzelnen Fettsäuren: Myristin-, Palmitin-, Stearin-, Öl-, Linol- und Linolensäure, sondern mit der gleichen Analyse auch der RUFAL-Wert der Futterprobe ausgewiesen. Wie alle anderen Werte der Analyse sind die Werte schnell per NIRS zu erhalten. Kunden, deren Proben bis mittags das Labor erreichen, erhalten meist noch am gleichen Tag ihr Ergebnis.
4 Jahre Forschungsarbeit und 400 nasschemisch analysierte Proben, die aus einem zehntausende Proben umfassenden weltweiten Datenpool sorgfältig ausgewählt wurden, stehen hinter einer weltweit einzigartigen NIR-Kalibration für die Fettsäurebestimmung im Grundfutter.

ROCK RIVER LABORATORY EUROPE liefert als einziges Labor europaweit die Fettsäure-Parameter zuverlässig,
schnell und präzise.
Ab Herbst 2017 wird ROCK RIVER LABORATORY EUROPE das Analysepacket Dynamic CNCPS plus auch in deutscher Sprache anbieten. Schon jetzt können wir Ihnen die Fettsäureanalyse auf Anfrage in englischer Sprache bereit stellen. Der neue Report Dynamic CNCPS plus bringt viele neue praktische Werte, die wir Ihnen in der nächsten InfoMail vorstellen werden.
Mit uns profitieren Sie von weltweit neuester Forschung und deren Umsetzung in die Praxis.

Getreu unserem Motto: „Wissen was drin ist!“

 

Ihr Team von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE
Dipl- Ing. agr. Christiane Brandes
Dipl.-Biochem. Arvid Diehn
M.Sc. agr. Nils Landwehr
ROCK RIVER LABORATORY EUROPE

Aus Gras wird Milch!

Einfluss der Konzentration der trans-10, cis-12 CLA auf den Milchfettertrag (nach Peterson et al. 2003)

Buchwerte der Fettsäurezusammensetzung von Grundfuttern (Daten entstammen der CPM Feed Library)

Dr. John Goeser ist der Leiter der Forschungs- und Innovationsabteilung bei ROCK RIVER LABORATORY in Watertown/Wisconsin. Eine enge Verbindung zur Universität von Wisconsin gibt Zugriff auf modernste Forschung.

Auszug aus der Dynamic CNCPS plus Analyse

TTNDFD-ein neuer Wert für die Praxis
 

TTNDFD-ein neuer Wert für die Praxis

Total Tract NDF Digestibility – die Verdaulichkeit der NDF in der Kuh

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InfoMail vom Rock River Laboratory Europe | 6/2017

Der TTNDFD Wert ist in zahlreichen Analysepaketen von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE enthalten (z.B. CNCPS ANALYSIS PACKAGE oder DYNAMICCARBOHYDRATE). In Europa ist es ein neuer Wert, der vor allem Praktikern und Fütterungsberatern die Arbeit mit dynamischen Werten wesentlich erleichtern kann. Er hilft Grundfuttermittel besser zu bewerten und die Faserverdaulichkeit in der Kuh nachzuvollziehen.

TTNDFD
Der TTDNFD Wert wurde von Prof. Combs an der Universität Wisconsin-Madison entwickelt.
ROCK RIVER LABORATORY hat mit standardisierten in vitro Messungen der NDF-Verdaulichkeit nach 24, 30 und 48 Stunden und dem uNDF240 Wert (Goeser et. al, 2009) den TTNDFD für  Grundfuttermittel bestimmt und daraus Empfehlungen abgeleitet.
Diese Empfehlungen (siehe auch Abb. 2) wurden in mehr als 4 Jahren mit über 350.000 Datensätzen entwickelt. TTNDFD ist ein wissenschaftlich publizierter und anerkannter Wert (Combs et al., 2013), der an der Universität Wisconsin-Madison entwickelt und patentiert wurde. Es ist ein akkurates Instrument, das zum Benchmarking der Ration, beziehungsweise zur Leistungsprognose für Hochleistungskühe dient.

Was bedeutet die komplexe Faserverdaulichkeit für die Kuh?
Vier Variablen bestimmen den TTNDFD: 24h, 30h und 48h NDFD (Neutral Detergent Fiber Digestibility) in Verbindung mit uNDF240 (unverdauliche NDF). Kein Nährstoff an sich, ist so variabel wie die Faser.
Während uNDF240 hilft, das potentielle Leistungsvermögen zu verstehen, so bildet dieser aber nur einen Teil der Informationen ab. Wichtiger für das Verständnis des Pansens ist die Geschwindigkeit oder die Rate der Verdauung, der als kd-Wert (NDF kd) bezeichnet wird. TTNDFD verbindet beides: Die Geschwindigkeit (NDF kd) und das potentielle Vermögen (uNDF240). Diese Futtermittelspezifischen Variablen werden auf ein mathematisches Modell einer Hochleistungskuh bezogen. Hierbei werden für die Kuh bestimmte Annahmen als Rahmenbedingungen definiert. Dazu gehören neben dem Körpergewicht und der Leistung auch die Passagerate (kp) und die Verdauungsrate im letzten Abschnitt im Dickdarm, wo Bakterien NDF zu kurzkettigen Fettsäuren umsetzen können. Dieser NDF-Abbau im Dickdarm ist mit 5-10% der Gesamtverdauung zwar gering, ist aber nötig um die Gesamtenergie, die aus der NDF kommt, zu beschreiben.

TTNDFD wird von Fütterungsberatern wie folgt eingesetzt:

Direkter Vergleich von Grundfuttermitteln.
Vergleich aller Grundfuttermittel auf dem Betrieb mit einem TTNDFD-Wert. Das ermöglicht einen schnellen Überblick, welches Grundfuttermittel bei der Fütterung den besten Ertrag erzielen kann.

Maximaler Einsatz hofeigener Grundfuttermittel.

TTNDFD während der Ernte gemessen hilft, die jeweiligen Futtermittel einzelnen Leistungsgruppen zuzuordnen. Futtermittel mit hohen TTNDFD-Werten sind für die Hochleistungskühe vorgesehen, wo Futterqualität immer ein begrenzender Faktor ist. Niedrigere TTNDFD-Werte bedeuten, dass das Futtermittel für Trockensteher oder Jungrinder zu verfüttern ist.

NDF, der leistungsbestimmende Anteil im Grundfutter
TTNDFD steht für „Total Tract NDF-Digestibility“ und kombiniert verschiedene NDF-Parameter. Bereits in der letzten InfoMail haben wir über die Bedeutung von NDF in der Fütterung berichtet (Siehe auch InfoMail 5/2017; https://www.rockriverlab.eu/informationen/infomail/). NDF ist die Neutrale-Detergenzien-Faser (auch als aNDF im Futteranalyse Report von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE angegeben). Ein angemessener NDF-Gehalt in der Ration ist für das Überleben der Mikroben im Pansen essentiell und erhält damit die Gesundheit der Kuh.

Im amerikanischen CNCPS-Modell (Cornell Net Carbohydrate and Protein System) wird die NDF mit zwei Variablen, als futtermittelspezifische Parameter definiert, der uNDF (unverdaulichen NDF) und der NDF kd.

Je höher der TTNDFD desto besser das Grundfutter. In Abbildung 2 sind Zielwerte für einzelne Futtermittel abgebildet. Der TTDNFD wird in % der NDF angegeben.

Der TTNDFD wird auf dem Futtermittelanalyse Report von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE auf der ersten Seite ausgewiesen (Abb. 3). Dort findet sich auch der  Vergleich der eigenen eingesendeten Futterprobe mit dem Mittelwert der für dieses Futtermittel eingesendeten Proben der vergangenen 60 Tage, sowie dem arithmetische Mittel der letzten 4 Jahre der eingesendeten Proben in den USA.

Zur noch einfacheren Handhabung steht der TTDNDFD auf der dritten Seite der Analyseergebnisse im visuellen Report (Abb. 4). Der TTNDFD Wert ist ein direktes Abbild des Leistungsvermögens einer Silage. Richtig anwendbar wird er, wenn die praktische Abschätzungsformel bekannt ist: Eine Erhöhung des TTNDFD der Ration um 4-6 % steigert die Milchleistung um 1 Liter pro Kuh und Tag (Combs et al. 2015). Ein Absinken des TTNDFD hat den umgekehrten Effekt und führt daher zu einem Leistungsverlust.

Das Beste kommt zum Schluss:
Deutsche Silagen überflügeln amerikanische Silagen im TTNDFD.
Welches enorme Potential in unseren Grundfuttern steckt, zeigt die abschließende Abbildung 5. Beim Vergleich der deutschen
Grassilagen mit den amerikanischen Grassilagen zeigt sich, dass Leguminosen um 4 % und Grassilagen um 12 % bessere TTNDFD Werte und damit höhere Gesamtverdaulichkeiten zeigen. Das kühlere nordeuropäische Klima macht es zu einem Gunststandort für Gräser. Trotz der schwierigen Maisernte 2016 in Deutschland sind die hiesigen Maissilagen ähnlich verdaulich, wie Mais, der in den USA angebaut wurde.

TTNDFD der Wert für die Praxis
Der TTNDFD erlaubt einen direkten Vergleich der Grundfuttermittel vorzunehmen.

• Was habe ich im Silostock?
• In welcher Tiergruppe kann ich dieses Futter einsetzen?
• In welchen Mengen kann ich das Futter einsetzen?
• Was kann ich für Futter bezahlen, welches mir angeboten wurde?

TTNDF ist der faire Bewertungsmaßstab.
Mit TTNDFD kommen wir dem großen ökonomischen Ziel, den Einsatz hofeigener Grundfuttermittel zu maximieren in großen Schritten näher. Nutzen Sie das!

ROCK RIVER LABORATORY EUROPE liefert als einziges Labor europaweit den TTNDFD-Wert. Davon können auch Sie profitieren. In jeder DYNAMIC CNCPS Analyse sind diese Werte enthalten.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

Ihr Team von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE
Dipl- Ing. agr. Christiane Brandes
Dipl.-Biochem. Arvid Diehn
M.Sc. agr. Nils Landwehr
ROCK RIVER LABORATORY EUROPE

Abb. 1: Die Verdauungsrate der NDF beträgt durchschnittlich 48,5 % und schwankt mit 22% Standardabweichung sehr stark im Vergleich zur Stärke, deren Verdauung mit 92,4% und einer Standardabweichung von 6,5 % deutlich konstanter ist.

Abb. 2: TTNDFD Richtwerte nach Dr. John Goeser, 2016; Quelle: ROCK RIVER LABORATORY Inc.

Abb. 3: TTNDFD findet sich als praktischer Wert im Futteranalyse Report von ROCK RIVER LABORATORY

Abb. 4: Der TTNDFD ist gut im visuellen Report zu erkennen. Schwankt er, variiert die Milchleistung.

Abb. 5: Vergleich TTNDFD zwischen deutschen und
amerikanischen Futtermitteln
Quelle: ROCK RIVER LABORATORY EUROPE, Juni 2017

Der 1. Schnitt - was wird er Wert sein?
 

Der 1. Schnitt – was wird er Wert sein?

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InfoMail vom Rock River Laboratory Europe | 5/2017

Das Frühjahr 2017 in Deutschland startete sehr warm mit einer Rekordabweichung von +3,7°C gegenüber dem 30-Jahresmittel von 1961-1990. Dieser Trend setzte sich bis Mitte April fort und sorgte mit +2,7°C für ordentliche Wärmesummen, die das Wachstum der Gräser begünstigten. Allerdings war der April in weiten Teilen des Landes sehr trocken, was einen ausreichenden Gräseraufwuchs limitierte. Seit Ostern ist das Wetter deutlich abgekühlt und mit 7,5 °C Durchschnittstemperatur ist der April 2017 der Kälteste seit 16 Jahren. Nachtfröste und Schneefälle verlangsamten das Wachstum der gesamten Vegetation unter fast „winterlichen“ Bedingungen. Was bedeutet das für die NDF-Verdaulichkeit der Grassilage?

Einflussfaktoren auf Qualität und Quantität der Grassilage
Dieses typische Aprilwetter hat natürlich einen enormen Einfluss auf den 1. Schnitt. Offensichtlich ist, dass sich der Schnittzeitpunkt weiter verschiebt und die Ertragsmengen teilweise gering sind. Weniger leicht zu erkennen ist der Einfluss auf die Qualität der erzeugten Grassilage. Bei der Qualität spielt neben dem Protein- und Zuckergehalt und den Makronährstoffen, die Faser (NDF) und ihre Verdaulichkeit im Pansen, also der Abbau über die Zeit, eine entscheidende Rolle.

NDF- was ist das noch mal?
Die Neutrale-Detergenzien-Faser, kurz NDF oder als aNDF im Futteranalyse Report von Rock River Laboratory bezeichnet, ist ein Hauptbestandteil der Grundfuttermittel. aNDF fasst die Hemizellulosen, Zellulosen und das Lignin mit den verknüpfenden Proteinen zusammen, also die Zellwandbestandteile, die sich in einer neutralen Detergenzien Lösung mit Amylase und Natrium Sulfat lösen lassen. aNDFom ist aNDF um den Ascheanteil bereinigt, also aNDF bezogen auf die organische Substanz (wobei „om“ für organic matter steht).
Die NDF beschreibt damit den mittelschnell bis langsam abbaubaren Faseranteil. Dies wird im dynamischen CNCPS-Modell (Cornell Net Carbohydrate and Protein System) als die Kohlenhydratfraktionen B3 und C dargestellt (Siehe Abb. 1). Als A werden leichtverfügbare Kohlenhydrate beschrieben, wie z.B. Zucker. B1 entspricht in der Einteilung der Stärkefraktion und B2 beschreibt die schnell abbaubare Faser (Pektine).
Ein angemessener NDF-Gehalt in der Ration ist für das Überleben der Mikroben im Pansen der Kuh essentiell und erhält damit die Gesundheit der Kuh. Der NDF-Gehalt beeinflusst die Trockenmasseaufnahmekapazität der Kuh und die Intensität und Länge der resultierenden Wiederkauzeiten.
Die Konzentration von NDF im Futter ist mit der Energiekonzentration negativ korreliert. Das heißt, NDF ist zwar ein essentieller aber gleichzeitig auch limitierender Nährstoff für die Kuh. Er fördert auf der einen Seite die Tiergesundheit, begrenzt aber durch eine niedrigere Energiekonzentration im Vergleich zu anderen Hauptnährstoffen, die maximal mögliche Leistung. Damit die NDF möglichst wenig limitierend wirktsollte ihr Anteil im Grundfuttermittel so niedrig wie möglich sein und die Verdaulichkeit der NDF so hoch wie möglich.

Unverdauliche NDF und potentiell verdauliche NDF
Um den essentiellen Anteil der NDF zu bestimmen, ist die Versorgung der Kuh mit ausreichend unverdaulicher NDF, also uNDF240, sicherzustellen. Die nötige Menge hängt sowohl von dem Laktationsstadium der Kuh als auch von ihrem Körpergewicht ab. Der uNDF240 Wert ist der Teil der NDF, der nach 240 Stunden, also nach 10 Tagen, noch nicht verdaut ist. Dieser Zusammenhang ist gut in der Grafik (Abb. 2) zu erkennen. Der Anteil an der NDF der nach 240 h verdaut ist, wird als potenziell verdauliche NDF (pdNDF) bezeichnet. Die Grafik entstammt der dynamischen Rationsberechnungssoftware NDS professional.
Nun ist allerdings die 240 h Verdauung in der Kuh nicht der leistungsentscheidende Faktor, da dieser Zeitraum viel zu lang ist. Fokus der Betrachtung liegt auf der Verdaulichkeit der NDF im Intervall von 24h bis 48h ab. Hier sind die größten Unterschiede des physiologisch relevanten NDF-Abbaus zu beobachten, weshalb er in jedem Analysereport von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE auch grafisch dargestellt wird (Abb. 3).

„NDFD“ die NDF-Verdaulichkeit
NDFD bildet die Verdaulichkeit ab, wobei „D“ für digestability steht. Da die Verdauung kein statischer Prozess ist, wird die Dynamik, also die Geschwindigkeit, des für die Kuh so wichtigen NDF-Abbaus, beschrieben. Die NDF-Verdaulichkeit (NDFD) wird zu festgelegten Zeitpunkten untersucht, um zu bestimmen, welche Bestandteile schnell und welche langsam verdaut werden. NDFD 24 beschreibt den Abbau zum Zeitpunkt 24 Stunden nach Verdauungsbeginn, NDFD 30 nach 30 Stunden und so weiter, so dass sich NDFD 24 Stunden, 30 Stunden, 48 Stunden, 120 Stunden und 240 Stunden ergeben. Die NDFD wird immer in % der NDF (aNDF) ausgewiesen. Desto höher der Wert, z.B. NDFD 30h, desto mehr Energie kann die NDF in den ersten 30 h der Verdauung liefern. NDFD24h (1 Tag) und der späte Zeitpunkt NDFD240h (10 Tage) bilden die Start- und Endpunkte der NDF-Verdaulichkeit, um deren Dynamik genau zu verstehen. Die in der Grafik 3 dargestellten Zielwerte im Zeitraum von der 24. Stunde und der 48. Stunde entsprechen dem 85. Perzentil (grün gepunktete Linie), also eine Zuordnung zu den 15 % besten Proben der letzten Jahre – bezogen auf eine überdurchschnittliche NDFD. Das Minimum entspricht dem 15. Perzentil (Abb. 3 rot gepunktete Linie), also der Probe mit der 15% geringsten NDFD. Kurz, desto höher die Kurve verläuft, je besser ist die NDF-Verdaulichkeit. Betrachtet man die Steigung in der Grafik (Abb. 3) wird die Abbauleistung im Intervall von 24 – 48 h sichtbar. Hier gilt, je größer die Steigung zwischen zwei Zeitpunkten, umso mehr NDF wird in diesem Zeitraum abgebaut.

Was beeinflusst die uNDF und NDFD?
Der uNDF-Gehalt und damit auch der NDFD werden durch ganz unterschiedliche Faktoren beeinflusst, die sich überwiegend gut mit betrieblichem Management beeinflussen lassen. Eine geeignete, dem Standort angepasste Sortenwahl legt den Grundstein. Düngung und Pflegemaßnahmen des Grünlandes ebnen dann den Weg zum hochwertigen Grundfutter.
Am stärksten entscheidet jedoch der richtige Schnittzeitpunkt mit optimalem Reifestadium über die Qualität der Silage. Zahlreiche Monitoring-Projekte und geeignete Labordaten aus der Grundfutteranalyse, liefern hier die nötigen Informationen, um den richtigen Schnittzeitpunkt zu ermitteln.

Doch welchen Einfluss hatte das Aprilwetter auf die Silagequalität?
Allgemein betrachtet hat kühleres Wetter einen positiven Einfluss auf die NDF-Verdaulichkeit. Unter warmen Bedingungen wachsen die Pflanzen schnell und bilden die für die Stabilität und Halmbildung nötigen Strukturfasern aus. Die Faserstränge sind in ihrer Funktion ähnlich denArmierungen im Stahlbeton. Diese weisen aufgrund IhrerFunktion – hohe Stabilität und Zugfestigkeit – eine somit tendenziell schlechtere Verdaulichkeit auf. Unter kühleren Bedingungen ist die Faser hingegen nicht so „ausgehärtet“ und kann sich langsamer entwickeln, wodurch oft eine bessere Verdaulichkeit erzielt wird.

Wo stehen wir mit unserer ersten Grassilage 2017?
Die Vorzeichen stehen gut und lassen auf hohe NDFVerdaulichkeit und exzellente Resultate hoffen. Leider ist damit allein der Erfolg noch nicht garantiert und so hat auch der Zucker- und Proteingehalt einen großen Einfluss auf den Gärverlauf. Bleibt das Siliergut möglichst frei von Verschmutzungen durch Erde oder Laub (niedrige Aschegehalte), ergibt sich eine gute Eignung für den Silierprozess.
Wie das Fütterungs-Potential des Grundfutters aus dem 1. Schnitt wirklich ist, wird erst die Analyse der 1. Grassilage dieses Jahres im ROCK RIVER LABORATORY EUROPE zeigen können.
Gerne helfen wir Ihnen mit unserer Analyse zu ermitteln, welches Potential Ihre Grundfuttermittel tatsächlich haben. Denn das ist der Königsweg die Milchleistung zu maximieren und die Kosten zu minimieren.

Viel Erfolg beim ersten Schnitt wünscht
Dipl- Ing. agr. Christiane Brandes
Dipl.-Biochem. Arvid Diehn
M.Sc. agr. Nils Landwehr
Rock River Laboratory Europe

Abb. 1: Zusammensetzung des Grundfutters nach dem CNCPS-Modell

Abb. 2: NDF-Abbau über einen Zeitraum von 240 h. uNDF ist die nach 240 h nicht abgedaute NDF und pdNDF ist die nach 240 h verdaute NDF; Eingerahmt ist der physiologisch höchst bedeutende Bereich von 24-48 h. (modifiziert aus NDS Professional)

Abb.3: NDF-Verdaulichkeit von ROCK RIVER LABORATORY EUROPE (Standardisiert nach Combs und Goeser et al.) der Grassilage 10-203-580 – ein Beispiel für eine hohe NDF-Verd aulichkeit aus Niedersachsen. Das Ergebnis liegt ab der 28. Stunde der Verdauung über dem Zielwert.

Tab.1: Einflussfaktoren auf uNDF und NDFD, sowie deren Beeinflussbarkeit

 

Halbzeit bei der Maissilage aus der Ernte 2016 - ein Zwischenfazit.
 

 

Halbzeit bei der Maissilage aus der Ernte 2016 – ein Zwischenfazit.

Faserverdaulichkeit vs. Stärkegehalt

InfoMail vom Rock River Laboratory Europe | 2/2017

Das Silomaisjahr 2016 war nicht ganz einfach. Klimatisch oft nicht optimal für das Wachstum der Pflanze im Vegetationsjahr, wurde es besonders zum Zeitpunkt der Maiskampagne mit Hitze und Trockenheit schwierig, den richtigen Erntezeitpunkt zu treffen. Die schnelle Abreife der Pflanze ermöglichte es nicht immer, dass Futter in der Form ins Fahrsilo zu bekommen, dass es für die Kuh eine gute hochverdauliche Nährstoffquelle in der Ration darstellt. Obwohl manche Silomaisprobe „auf dem Papier“ viel Potential hatte, zeigten die Kühe teilweise deutliche Leistungsdepressionen. Fazit für den Silomais 2016: „Mehr Schein, als Sein“? Genauere Auskunft geben die NDF Faserverdaulichkeitskurven aus der modernen Futteranalyse.

Was sehen wir bei Rock River Laboratory Europe in der Analyse?
Werden die traditionellen Werte der Beurteilung wie Stärke, ADF, aNDF, aNDFom, Asche und Lignin betrachtet, ergeben sich bei den beiden zufällig ausgewählten Proben keine Unterschiede. Erst der genauere Blick auf die Verdaulichkeit der Faser, abgetragen durch die NDF Verdaulichkeitskurve, ergibt einen besseren Blick darauf, wie die Kuh das Futter im Pansen verwerten kann. 72% der in Heiddorf bei Rock River Laboratory Europe analysierten Proben weisen eine unterdurchschnittliche Faserverdaulichkeit auf. Ursache war, dass die Abreife der Maispflanze extrem schnell erfolgte. Die hohen Temperaturen im September führten besonders auf Standorten mit knapper Bodenfeuchte zu einer sehr zügigen Zwangsabreife der Gesamtpflanze. Dies ist eine klassische Reaktion auf Trockenstress und führt unter anderem zu einer stärkeren Quervernetzung der Zellwände. Diese stabileren Strukturen können den Wassertransport in der Pflanze verbessern, sorgen allerdings für eine schlechtere Verdaulichkeit im Pansen der Kuh.

Was bedeutet das für die Kuh?
Es wurde in einer bestehenden Ration lediglich die Maissilage ausgetauscht. Das heißt die Maissilage A (mit hoher Verdaulichkeit) durch B (niedrige Verdaulichkeit) ersetzt. Ermittelt wurde die rechnerische Leistung der Kuh mit Hilfe der dynamischen Rationsberechnung NDS professional. Die Maissilage mit niedriger NDF Verdaulichkeit führt zu einem Absinken der Milchleistung um 3,3 kg Milch/Kuh und Tag oder -884 kg Milch/Laktation bzw. 282 €/ Kuh niedrigeren Erlösen/ Kuh in dieser Laktation.

Was kann man tun?
FÜTTERUNG: Mit dem Wissen, wann und wie meine Futtermittel in der Kuh wirken, lässt sich die Ration schnell anpassen. Einem langsam verdaulichen Mais muss ein hoch- und schnellverdauliches Futtermittel in der Ration beigefügt werden, um die Verdauung der Kuh zu optimieren. Das kann auch eine gute Grassilage sein. Das heißt, die Ergebnisse, die Rock River Laboratory mit den NDF Verdaulichkeitskurven oder auch mit den TTNDFD Werten liefert, weisen einen wichtigen Beitrag in der Rationsgestaltung.

ANBAUPLANUNG: Unter besseren Bedingungen ausgereifter Mais (häufig aus dem Nordwesten Deutschlands) weist nicht nur einen hohen Stärkegehalt auf, sondern punktet zusätzlich mit einer überdurchschnittlich guten Faserverdaulichkeit. Bei gutem Körneraufschluss sind solche Silagen ideal zur Fütterung hochleistender Kühe geeignet. Passagerate und Trockenmassenaufnahme werden positiv beeinflusst. Wie diese Beispiele
demonstrieren, führen hohe Stärkegehalte bei gleichzeitig sehr hohen Trockensubstanzgehalten nicht immer zu schlecht verdaulichen Zellwänden (NDF). In Sommertrockenen Regionen sollten bei der Aussaat Sorten mit Trockentoleranz in Betracht gezogen werden und damit der Gesamtverdaulichkeit der Pflanze mehr Beachtung geschenkt werden.

Und Nun?
Wenn Sie sich auch noch nicht ganz sicher sind, ob Sie aus Ihrer Maissilage in diesem Jahr noch mehr heraus holen können, weil Sie nicht genau wissen, wie die Verdaulichkeit Ihrer Maissilage ist, sollten Sie uns eine Probe zusenden. Es ist ganz einfach: Senden Sie uns einfach 300 g einer repräsentativen Maissilage Probe zu. Wählen Sie das Analysepaket „ Dynamic CNCPS“. Wenn die Probe mittags bei uns im Labor ist, erhalten Sie das Ergebnis noch am selben Tag (Montags bis Freitags).

Osterspecial – „Wissen was drin ist“

Für alle Maisproben, die vom 10. April bis zum 30. April bei uns eingehen, erhalten Sie auf mit eingesendete Grassilageproben 50% Rabatt für das Paket „Dynamic CNCPS“.

 

Viel Erfolg im Stall und auf dem Feld wünschen Ihnen
Dipl.- Ing. agr. Christiane Brandes
Dipl.-Biochem. Arvid Diehn
Rock River Laboratory Europe

Vergleich von zwei zufällig ausgewählten Maissilagen

Traditionelle Analyseparameter der Maissilage

NDF Verdaulichkeitskurve aus der Rock River Laboratory Analyse. Niedrige und hohe NDF-Verdaulichkeit.

NDF Verdaulichkeitswerte in der Rationsberechnung “Hohe NDF-Verdaulichkeit”.

NDF Verdaulichkeitswerte in der Rationsberechnung “Niedrige NDF-Verdaulichkeit”.

Neue Möglichkeiten durch dynamische Rationsberechnung: Erstes NDS- Professional Anwenderseminar

Neue Möglichkeiten durch dynamische Rationsberechnung:
Erstes Anwenderseminar mit dem Entwickler Ermanno Melli für
 

InfoMail vom INNOVATIONSTEAM | 1/2017

Das Jahr hat kaum begonnen und schon gibt es viel Neues: Am 24. und 25. Januar fand in Mecklenburg das erste NDS-Professional Anwenderseminar „Theorie und Praxis“ statt. NDS Professional ist ein komplexes Programm zur Rationsberechnung, dass auf einem semi-dynamischen Model beruht. Das bedeutet statische und dynamische Funktionen werden derart miteinander verbunden, dass die Verdauungsvorgänge der Kuh möglichst nah am tatsächlichen Verhalten der Futterstoffe im Pansen errechnet werden. Basis bildet das über 20 Jahre entwickelte CNCPS-Modell der Cornell Universität, welches mit sehr umfangreichen wissenschaftlichen Forschungsarbeiten unterlegt ist. Neben der sehr präzisen Leistungsprognose, kann es auch exakte ökonomische Parameter, wie z.B. „Income Over Feed Cost (IOFC)“ abbilden. Mit den Daten von Rock River Laboratory Europe in einem dynamischen Programm wie z.B. NDS, lässt sich somit einer der wichtigsten Bereiche im Milchviehstall – die Fütterung – sehr professionell bearbeiten.

In dem zweitägigen Seminar wurden den Anwendern die Struktur des Programmes und das Daten-Management erläutert. Sehr umfangreich und detailliert werden die Umweltfaktoren der jeweiligen Tiergruppe beim Neuanlegen eines Betriebes eingegeben. Dafür geht das Einlesen der aktuellen Futter-Analyseergebnisse über XML- Daten Schnittstellen um so schneller und macht keine Arbeit.

Wirklich leicht lassen sich damit auch fremde Rationen in Arbeitsgruppen importieren oder untereinander teilen. Ein extrem wertvolles Instrument für Fütterungsberater, die im Verbund arbeiten und sich gegenseitig austauschen wollen.

Neben den über die XML-Schnittstelle eingelesenen Daten von Rock River Laboratory Europe, können aber auch nicht beprobte Futtermittel aus einer hinterlegten Datenbank eingefügt werden. Besonders beeindruckend ist die mehrere tausend Futtermittel umfassende Futterdatenbank, die weltweit zusammengetragen wurde und sich stetig erweitert. Das Seminar stieß auf breites Interesse, es waren Landwirte, Fütterungsberater, Veterinärmediziner und Journalisten anwesend. Sie kamen aus vielen Teilen Deutschlands und sogar aus der Slowakei.

Unter der Leitung des italienischen Entwicklers von NDS Professional Ermanno Melli und des erfahrenen NDS-Anwenders Dr. Lothar Knopf konnten die Teilnehmer einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten dieses vielschichtigen und komplexen Programms gewinnen. Ermanno Melli ist dabei die Begeisterung für das sehr weit entwickelte Programm anzumerken. Es findet international breiten Einsatz in Nordamerika, Japan, Südafrika und Asien. In Europa arbeiten die Italiener und Spanier am stärksten mit dem Programm, aber auch in England wird es genutzt. In Deutschland gibt es erst eine kleine Zahl von Nutzern, da das Programm, um ordnungsgemäß funktionieren zu können, dynamische Daten benötigt, wie sie seit kurzem von Rock River Laboratory Europe zur Verfügung gestellt werden. Ziel war es eigene Rationen für unterschiedliche Tiergruppen zu erstellen und nach Leistung oder auch mal nach den Kosten zu optimieren. So wurden individuell Rationen mit Hilfe konkreter Laboranalyseergebnisse berechnet.

Die Aussagen die das Program vorhersagt, beschränken sich nicht nur auf potentielle Milchmenge und Preis pro Ration oder Preis pro Liter Milch; NDS stellt Überund Unterversorgungsbilanzen für einzelne Nährstoffe und Energieparameter auf und gibt darüber hinaus noch Aufschluss über das Azidoserisiko. „Eigentlich gibt es nichts, was das Programm nicht anzeigt“, so die Aussage eines Teilnehmers. „Besonders, wenn man bedenkt, dass wir in den zwei Tagen nur 30% der Möglichkeiten des Programmes kennen gelernt haben“.

Das Programm läuft in mehreren Sprachen, darunter auch fehlerfrei in Deutsch. Die Anwendung ist schon nach wenigen Stunden recht logisch. Für ca. 40 Euro/ Monat ist es definitiv eine Investition, die man in der anspruchsvolleren Fütterung erwägen muss Anspruchsvolle Programme benötigen aber auch korrekte Daten als Eingabe und so wurde der Seminarraum verlassen, und raus in die Praxis in einen Betrieb auf den Futtertisch und ins Silo gefahren.

Der langjährige Partner des InnovationsTeams, der Milchhof Rodenwalde unter Leitung von Hans-Peter Greve, diente als praktischer Anschauungsbetrieb. Herr Greve führte über das Betriebsgelände und erklärte die Spezifikationen seiner Anlage und der Rationsgestaltung. Im Silo wurde die Probenentnahme, korrekte Mischung und Vorbereitung für den Probenversand demonstriert. Nils Landwehr vom Rock River Laboratory Europe zeigte, was man bei einer Probennahme beachten muss. Damit die Probe möglichst repräsentativ ist, muss möglichst über die gesamte Länge und Höhe der Anschnittfläche eines Silos beprobt werden. Nachdem das Material eingesammelt wurde, muss die Probe noch auf 300 – 400g reduziert werden. Dabei wird das Material mehrmals gut gemischt und homogen nach der Viertelmethode aufgeteilt. Auch mit der neuen Penn State Shaker Box, also der Schüttelbox, wurde gearbeitet und die Ration bezüglich der Fraktionierung bewertet. Zurück im Seminarraum wurde am eigenen PC demonstriert, wie sich die Ergebnisse der Schüttelbox ins NDS Professional eintragen lassen. Das Seminar bot Zeit für die Anwendung, und individuelle Fragen.

Langjährigen Fütterungsberatern war am Ende des Seminars klar, dass mit dynamischer Rationsberechnung ein neues Zeitalter der Rationsgestaltung anbricht. Die abschließende Bewertung des Seminars war sehr gut und NDS Professional hat in Deutschland weitere Anwender gewonnen. Wir danken allen Teilnehmern für die sehr interessierte Teilnahme, die ein Seminar auf hohem Niveau möglich gemacht hat.

Wenn wir auch ihr Interesse geweckt haben, lassen Sie sich unverbindlich vormerken: Wir werden in den nächsten Monaten ein weiteres Seminar zum Erlernen der Software anbieten.

Viel Erfolg im Stall wünschen Ihnen
Dipl.-Biochem. Arvid Diehn
Dipl- Ing. agr. Christiane Brandes
Rock River Laboratory Europe

Aufmerksam und konzentriert verfolgten alle Seminarteilnehmer die Erläuterungen von Ermanno Melli. Am eigenen PC konnte gearbeitet werden, um so Rationsgestaltung zu erlernen.

Dr. Lothar Knopf hat viele Jahre Erfahrung mit dem Programm. Ermanno Melli hat das Programm entwickelt und vertreibt es auf der ganzen Welt, vor allem in Nordamerika.

Anzeige des Risikos einer subakuten Azidose im Rationsberechnungsprogram NDS Professional. Hier in einer Hochleistungsration für 46 kg war es gering.

Nils Landwehr vom Rock River Laboratory Europe bei der Probenvorbereitung

Teilnehmer des ersten NDS Professinal Seminars vor einem Maissilo in Rodenwalde. Hans-Peter Geve in der Mitte (ohne Plastikstiefel).